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Als Muhammed S. mit einem Freund eine Diskothek in Jüterbog verlässt, werden sie von einer Gruppe Rechtsextremer als „Scheiß-Ausländer“ beschimpft.
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Hilfe für Spendenopfer

17/09/2009
BETROFFENE WEHREN SICH | CURA UNTERSTÜTZT NEBENKLAGE
 

Nachdem Ömür A. von Neonazis körperlich angegriffen und mehrmals rassistisch beleidigt und bedroht wurde, sah er sich dazu gezwungen, seine Arbeitsstelle zu kündigen und umzuziehen. Nun stehen die Angreifer vor Gericht. Der Opferfonds CURA unterstützt Ömür A. als Nebenkläger.

 
 
 „Jüterbog hat seit vielen Jahren eine etablierte Neonaziszene, die sich schon in der Vergangenheit sehr gewaltbereit gezeigt hat. Nachdem 2005 das Asylbewerberheim geschlossen wurde, wurden uns zwar zunächst weniger Fälle bekannt, die Rechten wurden aber nicht weniger gefährlich“, sagt Gesa Köbberling von Opferperspektive e.V.. Das musste auch Ömür A. erfahren als er im Oktober 2007 mit einem Arbeitskollegen nach Hause gehen wollte. Von drei Neonazis wurden er und sein Arbeitskollege rassistisch beleidigt und während der folgenden Auseinandersetzung mit einer Flasche ins Gesicht geschlagen. Dabei zog er sich eine stark blutende Wunde zu. "Ömür A. und sein Kollege hatten Todesangst. Weil sie sich wehrten, konnten sie glücklicherweise fliehen", so Köbberling weiter.

 

Aufsuchende Einschüchterung

Doch der Spuk war noch nicht vorbei – es gab in der Folge noch weitere sehr bedrohliche Situationen. Eines Nachts stand ein Mob mit 20 bis 30 Personen vor seinem Haus und skandierte rassistische Parolen wie „Ausländer, wir kriegen Euch“. Auch an Ömür A.’s Arbeitsstelle tauchten immer wieder Gruppen von Männern auf, die bedrohliche Gesten durch das Schaufenster des Döner-Imbiss machten.

Um diesen Drohungen und Verletzungen nicht weiter ausgesetzt zu sein, kündigte Ömür A. seine Arbeit und verließ Jüterbog. „Ich finde es persönlich nachvollziehbar, dass Herr A. nicht mehr in Jüterbog leben wollte. Für die Stadt ist es tragisch: Wenn Neonazis es schaffen, Menschen zu vertreiben, läuft etwas grundsätzlich schief", so Köbberling.

Die Männer müssen sich nun vor Gericht für den Angriff verantworten. Ömür A. tritt als Nebenkläger auf. Schnell hat sich herausgestellt, dass die drei Angreifer fest in der neonazistischen Szene Jüterbogs integriert sind. Zwei von ihnen standen bereits wegen Angriffen auf Menschen mit Migrationshintergrund vor Gericht. "Als Nebenkläger bleibt Herr A. nicht nur Opfer, sondern trägt dazu bei, dass sich die Angeklagten mit den Folgen ihrer Tat auseinandersetzen müssen", so Köbberling. "Dennoch ist ein Gerichtsverfahren, die Konfrontation mit den Tätern, die Fragen von Gericht und Verteidigung zum Tatablauf, für die Betroffenen oft eine große Belastung." Ein Anwalt an ihrer Seite bringt die Betroffenen in eine sicherere Situation. Damit dies auch für Ömür A. möglich ist, übernimmt der Opferfonds CURA einen Teil der Prozesskosten.

 

Damit der Opferfonds CURA schnell und unkompliziert, wie in dem Fall von Ömür A., helfen kann, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen.

 

 

Nora Winter