27/07/2010
CURA hilft MittenDrin in Neuruppin
Trotz häufiger Bedrohungen und Angriffe engagiert sich das Jugendprojekt MittenDrin im brandenburgischen Neuruppin seit vielen Jahren gegen Rechtsextremismus. Nach dem letzten schweren Anschlag half der Opferfonds CURA dem Projekt.

Das Jugendprojekt MittenDrin in Neuruppin ist 1993 aus einer Initiative Jugendlicher entstanden, um der Ausbreitung rechtsextremer Jugendkulturen entgegenzuwirken. Es will Jugendlichen Raum zur freien Selbstentfaltung und -verwirklichung bieten. Unter anderem arbeiten sie zum Thema Rechtsextremismus und zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Neuruppin. Schwerpunkte sind dabei unter anderem das jüdische Leben in Neuruppin, der Widerstand gegen den Nationalsozialismus und die Aufarbeitung der Vergangenheit.
Aufgrund seiner Arbeit wird das Projekt immer wieder Opfer von Anschlägen durch Neonazis, vor allem durch die sogenannten Freien Kräfte Neuruppin. In den letzten beiden Jahren gab es bereits vier Anschläge, beim letzten Anschlag wurden 16 Scheiben durch Steinwürfe auf beleuchtete Fenster zerstört. "Verletzungen von Menschen wurden also in Kauf genommen", sagt Oliver Leonhardt vom Jugendprojekt MittenDrin, "da werden Erinnerungen an die Übergriffe der letzten Jahre wach. Damals wurde öfter das Café 'entglast' und gezielt Bewohner beworfen."
Die Stadt als Vermieterin weigert sich, die Jugendlichen zu unterstützen, deswegen hat der Opferfonds CURA in Kooperation mit der Opferberatungsstelle Opferperspektive den Jugendlichen Hilfe und Unterstützung zugesichert.
Entwarnung kann Leonhardt für die Zukunft nicht geben. Er betrachtet die zunehmende Präsenz rechter Gruppen in Neuruppin mit Sorge: "Die Nazis treten selbstbewusster in der Stadt auf. Sie haben das Gefühl, dass es für sie keine Grenzen gibt." Für das MittenDrin ein Grund mehr, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren. "Wir versuchen das Bewusstsein der Leute zu schärfen und engagieren uns weiter im Aktionsbündnis 'Neuruppin bleibt bunt'", so Leonhardt, denn der Intoleranz dürfe keine Chance gegeben werden.
Timo Reinfrank