„Betroffene wahrnehmen, Betroffene schützen“ - Unsere aktuelle Kampagne lenkt die Aufmerksamkeit auf rechte Gewalt in Berlin

Nach den rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz und anderen Vorfällen konzentriert sich die Diskussion um rechte Gewalt stark auf Ostdeutschland. Dabei wird häufig vergessen, dass auch in der weltoffenen und toleranten Hauptstadt Berlin viele Menschen alltäglich mit der Bedrohung durch rassistische, antisemitische und homo- und trans*feindliche Gewalt leben.

Auch in unserer Stadt ist die Zahl rechter Angriffe nach einem starken Anstieg in den letzten fünf Jahren weiter auf einem hohem Niveau. ReachOut, die Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, verzeichnet 267 Angriffe für das Jahr 2017. Das schwule Anti-Gewalt Projekt Maneo erkannte im gleichen Jahr in 324 Gewalttaten einen „homophoben oder trans*phoben Hintergrund“. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) erfasste 2017 in Berlin insgesamt 947 antisemitische Vorfälle, darunter waren 18 Angriffe.

Mit unsere aktuellen Kampagne machen wir aufmerksam auf die Perspektive Betroffener und rufen dazu auf, ihnen solidarisch zur Seite zu stehen. Stadtweite Plakatierung, Printanzeigen und Postkartenverteilung werden begleitet durch eine sechswöchige Social Media-Kampagne, unterstützt durch prominente Berliner*innen aus Sport, Kunst und Kultur. Neben der Schaffung von Aufmerksamkeit für das Thema hat die Kampagne zum Ziel, Spenden für den Opferfonds CURA zu sammeln, der Betroffene rechter, rassistischer, antisemitischer, antiziganistischer, homo- und transfeindlicher und sozialdarwinistischer Gewalt durch schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe unterstützt. In Zusammenarbeit mit Opferberatungsstellen und Betroffeneninitiativen leistet CURA Unterstützung, die an die konkreten Bedarfe der Betroffenen angepasst ist und unabhängig von der häufig mangelhaften Anerkennung der Taten durch Ermittlungsbehörden erfolgt, die der Realität der Betroffenen oft nicht gerecht wird.

 

 
 
 

Hintergrund

Das durch rechte Angriffe entstehende Bedrohungsgefühl trifft nicht nur die direkt Betroffenen von physischer Gewalt, sondern schränkt viele Berliner*innen alltäglich ein. Als so genannte „Botschaftstaten“ senden rechte Gewalttaten eine Nachricht an ganze Gruppen von Menschen. Um auf die Perspektive Betroffener auf die Stadt und ihre Orte aufmerksam zu machen, greift die aktuelle Kampagne verschiedene typische Berlinbilder auf. Hier finden Sie Informationen zu den Motiven und ihren Hintergründen.

 
 

Beirat

Die Kampagne "Berlin steht an der Seite Betroffener rechter Gewalt" wird von Betroffenenvertreter*innen und anderen engargierten Berliner*innen aus Wirtschaft, Sport, Politik und Verwaltung begleitet. Hier finden Sie Informationen zur Zusammensetzung des Beirats.

 
 
 
 
 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 193 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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Spendenkonto

Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung
GLS Bank Bochum
IBAN: DE75 4306 0967 6005 0000 02
BIC: GENODEM1GLS

 

Ein Projekt der

 
 

Transparenz und Kontrolle

 

Die Amadeu Antonio Stiftung nimmt teil an der 'Initiative Transparente Zivilgesellschaft'.