Übergriff auf ein koscheres Lebensmittelgeschäft © Amadeu Antonio Stiftung
Der Beratungsverein für Betroffene rechter Gewalt LOBBI hat im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern 97 politisch rechts motivierte Angriffe verzeichnet. (2010: 96 / 2009: 79 / 2008: 103). Darunter fallen 31 Körperverletzungen, 13 Fälle von versuchter Körperverletzung, Nötigung und Bedrohungen. Mit 52 Fällen von gezielten Sachbeschädigungen und Brandstiftungen setzte sich die Anschlagserie auf Büros von Landtagsabgeordneten oder auch alternative Kulturzentren fort.
Die Berater und BeraterInnen der LOBBI unterstützten im vergangenen Jahr 248 direkt Betroffene, Angehörige und ZeugInnen im Zusammenhang mit den aktuellen Angriffen oder Fällen aus den Vorjahren.
Aus Sicht der LOBBI werden die Auswirkungen von Einschüchterungsversuchen, die unterhalb der offiziellen Gewaltschwelle liegen, oft unterschätzt. Angriffe auf Wohnhäuser und Büros, aber auch die Veröffentlichung von Namen und Fotos auf Neonazi-Websites und bedrohliche Situationen bei Veranstaltungen betreffen in der Regel Menschen, die sich gegen Rechts engagieren. Neonazis bauen damit eine Drohkulisse auf, die sich nicht nur auf die direkt Betroffenen auswirkt. Auch Angehörige, MitarbeiterInnen oder NachbarInnen fühlen sich mit bedroht. Viele dieser Einschüchterungsversuche sind sogenannte Bagatelldelikte, andere sind überhaupt nicht strafbar. Entsprechend gering sind die rechtlichen Reaktionsmöglichkeiten. Umso wichtiger ist daher solidarische Unterstützung der Betroffenen. Einige der Angegriffenen beklagten aber gegenüber der LOBBI, dass diese Reaktionen ausblieben.
Die LOBBI hat daraufhin die Broschüre „Im Fokus von Neonazis“ erstellt.
Zur Broschüre (PDF-Dokument, 1.1 MB)
Eine sehr gute Übersicht über die Handlungsoptionen nach einem rechtsextremen, rassistischen oder antisemitischen Übergriff bietet auch die Broschüre der Opferperspektive e.V. "Was tun nach einem rechten Angriff?"
Zur Broschüre (PDF-Dokument, 1 MB)
Monika Kruse, DJ/Initiatorin von No Historical Backspin
"Wenn No Historical Backspin vielleicht schon im Vorfeld zum Nachdenken anregen kann, so hilft der Opferfonds Cura denjenigen, die bereits unter rassistischer und intoleranter Gewalt leiden mussten."
Prof. Dr. Norbert Lammert
Bundestagspräsident
"Leider werden viele Mitbürger täglich irgendwo in unserem Land angegriffen. Wir müssen uns dagegen wehren und vor allem für die Opfer da sein."
Claudia Luzar, Opferberatungsstelle BACK UP (NRW)
"Leider fühlt sich in Deutschland kaum jemand für die zahlreichen Opfer rechtsextremer Gewalt zuständig. Aber unabhängige Hilfe kommt von dem Opferfonds CURA."
Franz Zobel, Mitarbeiter bei ezra (Opferberatungsstelle in Thüringen)
"Der Opferfonds CURA setzt ein deutliches Signal: Uneingeschränkte Solidarität mit Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt."
183 Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...
Am 24. Mai 2001 wird der 27-jährige Axel Obernitz vor einem Freibad in Bad…
Bei einem Ausflug zu einem Stausee bei Hohenstein/Ernstthal (Sachsen) am 25.…
Vier Rechtsextremisten überfallen in der Nacht zum 25. Mai 2000 im Berliner…
In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 183 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.
Spendenkonto
Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung
Deutsche Bank Bensheim
BLZ 509 700 04
Konto 030 331 331
IBAN: DE30509700040030331331
BIG: DEUTDESF509
Transparenz und Kontrolle