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Als Muhammed S. mit einem Freund eine Diskothek in Jüterbog verlässt, werden sie von einer Gruppe Rechtsextremer als „Scheiß-Ausländer“ beschimpft.
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Hilfe für Spendenopfer

25/09/2008

KIEFERBRÜCHE, NASENBEINBRUCH UND SCHÄDELBASISTRAUMA NACH RECHTSEXTREMEM ÜBERFALL

Der Opferfonds CURA hilft einem Opfer aus Sachsen.

von Sahra Köneke

Ein 43-jähriger Leipziger portugiesischen Ursprungs wird Anfang 2008 Opfer eines brutalen rechtsextremistischen Überfalls. Damit er trotz hoher Arzt-, Krankenhaus- und Medikamentenkosten finanziell abgesichert ist, unterstützt ihn nun der Opferfonds CURA. Um die schrecklichen Erlebnisse verarbeiten zu können, erhält er zusätzliche Hilfe von der Opferberatung der RAA in Sachsen.

 

Der Opferfonds CURA leistet seit 1993 finanzielle Unterstützung für Menschen, die Opfer rechter Gewalt wurden. Im Mittelpunkt steht dabei die unmittelbare, nachhaltige und vor allem unkomplizierte Hilfe. Die RAA ist ein Verein für interkulturelle Arbeit, Jugendhilfe und Schule und bietet unter anderem auch eine Opferberatung an.

 

Der Überfall passierte in der Nacht vom 31.01.2008 im Leipziger Stadtteil Thekla. Vier Jugendliche zwischen 17 und 19 Jahren sprechen den Mann an und verlangen von ihm Geld für Zigaretten. Er kann es ihnen nicht geben. Daraufhin beschimpfen sie ihn als „Scheiß Ausländer“ und nehmen ihm als „Ersatz“ für das Zigarettengeld sein Handy ab. Doch damit nicht genug. Die vier jungen Neonazis schlagen ihrem Opfer mit Fäusten ins Gesicht und, als er bereits wehrlos am Boden liegt, treten sie weiter auf den Mann ein. Er schafft es, schwer verletzt zu fliehen. Ein Passant, der zufällig vorbeikommt, verständigt die Polizei, die den Fall aufnimmt und den Mann anschließend ins Krankenhaus bringt. Die Ärzte stellen zwei Kieferbrüche, die operiert werden müssen, einen Nasenbeinbruch, ein Schädelbasistrauma und mehrere Schürfwunden am ganzen Körper fest.

 

Der Mann kennt seine Peiniger, zwei der Täter stammen aus seinem direkten Wohnumfeld. Als er sie bei der Polizei anzeigt, bedrohen die Täter ihn und seine Lebensgefährtin. Sie stehen mehrfach vor seiner Haustür und verlangen, dass die Anzeige zurückgenommen wird. Aus Angst vor einem weiteren Übergriff der Neonazis muss er vorübergehend zu seiner Lebensgefährtin ziehen. Auch die Polizei rät ihm dringend zu einem dauerhaften Umzug, da seine Sicherheit in dem alten Umfeld nicht gewährleistet ist. Die Arbeitsagentur erkennt diese Notwendigkeit jedoch nicht. Der gesundheitliche Zustand verschlechtert sich, es treten Komplikationen am operierten Kiefer auf. Der Mann muss drei Monate nach dem Überfall erneut operiert und stationär im Krankenhaus behandelt werden. Zu den körperlichen Problemen kommen auch noch die psychosomatischen Folgen des Überfalls. Das Opfer kann keinerlei feste Nahrung mehr zu sich nehmen und muss ein drittes Mal stationär im Krankenhaus behandelt werden. Auch heute kommt der Mann noch immer nicht mit seinem Alltag zurecht, die psychischen Folgen des Angriffs sind zu schwerwiegend. Er leidet unter massiven Angstzuständen und Alpträumen. Der operierte Kiefer verursacht außerdem auch weiterhin starke Schmerzen und es ist nicht einmal sicher, ob überhaupt eine komplette Heilung möglich ist.

 

Durch den Überfall entstanden dem Opfer hohe Kosten. Zumindest darum muss der Mann sich nun keine Sorgen mehr machen, die finanzielle Unterstützung von 1000€ deckt diese teilweise ab. Auch die Anwalts- und Gerichtskosten und vor allem der geplante Umzug können mit dem Geld finanziert werden, sodass das Opfer nun bald zumindest in einem sichereren Umfeld wohnen und dadurch vielleicht auch bald wieder in sein „normales“ Leben zurückfinden kann.


RAA Leipzig, Opferberatungsstelle (Link)
Härtelstraße 11
04107 Leipzig


Ansprechpartner:

Diana Eichhorn, Sozialpädagogin;
Franz Eder, Sozialpädagoge
Fon (0341) 26 18 647
Fax (0341) 26 18 647
Funk (0178) 51 62 937
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