
Nachdem Ömür A. von Neonazis körperlich angegriffen und mehrmals rassistisch beleidigt und bedroht wurde, sah er sich dazu gezwungen, seine Arbeitsstelle zu kündigen und umzuziehen. Nun stehen die Angreifer vor Gericht. Der Opferfonds CURA unterstützt Ömür A. als Nebenkläger.
Aufsuchende
Einschüchterung
Doch der
Spuk war noch nicht vorbei – es gab in der Folge noch weitere sehr bedrohliche
Situationen. Eines Nachts stand ein Mob mit 20 bis 30 Personen vor seinem Haus
und skandierte rassistische Parolen wie „Ausländer, wir kriegen Euch“. Auch an
Ömür A.’s Arbeitsstelle tauchten immer wieder Gruppen von Männern auf, die
bedrohliche Gesten durch das Schaufenster des Döner-Imbiss machten.
Um diesen
Drohungen und Verletzungen nicht weiter ausgesetzt zu sein, kündigte Ömür A.
seine Arbeit und verließ Jüterbog. „Ich finde es persönlich nachvollziehbar,
dass Herr A. nicht mehr in Jüterbog leben wollte. Für die Stadt ist es
tragisch: Wenn Neonazis es schaffen, Menschen zu vertreiben, läuft etwas
grundsätzlich schief", so Köbberling.
Die Männer
müssen sich nun vor Gericht für den Angriff verantworten. Ömür A. tritt als
Nebenkläger auf. Schnell hat sich herausgestellt, dass die drei Angreifer fest
in der neonazistischen Szene Jüterbogs integriert sind. Zwei von ihnen standen
bereits wegen Angriffen auf Menschen mit Migrationshintergrund vor Gericht.
"Als Nebenkläger bleibt Herr A. nicht nur Opfer, sondern trägt dazu bei,
dass sich die Angeklagten mit den Folgen ihrer Tat auseinandersetzen
müssen", so Köbberling. "Dennoch ist ein Gerichtsverfahren, die
Konfrontation mit den Tätern, die Fragen von Gericht und Verteidigung zum
Tatablauf, für die Betroffenen oft eine große Belastung." Ein Anwalt an
ihrer Seite bringt die Betroffenen in eine sicherere Situation. Damit dies auch
für Ömür A. möglich ist, übernimmt der Opferfonds CURA einen Teil der
Prozesskosten.
Damit der
Opferfonds CURA schnell und unkompliziert, wie in dem Fall von Ömür A., helfen
kann, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen.
Nora Winter