Förderungen 2005

01) Februar 2005: Herr B. in Dresden
Herr B., ein aus Marokko stammender Student der TU Dresden, wird am 6.12.2004 Opfer eines gewalttätigen Übergriffs, als er einem senegalesischen Freund zu Hilfe eilt, nachdem dieser von fünf Männern bedrängt und rassistisch beschimpft wurde. Er wird durch Faustschläge im Gesicht verletzt, was dazu führt, dass er für einige Zeit arbeitsunfähig ist. Auch die psychischen Folgen wie Schlafstörungen und Angstzustände verhindern eine Rückkehr zur Normalität. Da er selbst für  Lebenshaltung und Studium aufkommen muss, gerät er aufgrund seiner temporären Arbeitsunfähigkeit in finanzielle Nöte. Herr B. erhält vom Opferfonds CURA eine finanzielle Soforthilfe zur Überwindung seiner Notlage.

02)
Februar 2005: Familie N. in Weimar
1980 zog Herr N. als Vertragsarbeiter aus Mosambik in die DDR. Seitdem lebt er in Weimar. Am 20.12.2003 wird er vor seiner Wohnung von drei rechtsextremen Jugendlichen mit einer Eisenstange und einer Bierflasche brutal zusammengeschlagen. Herr N. erleidet dabei Platz- und Schürfwunden sowie Rippenbrüche, eine Kieferfraktur und schwere Schädigungen an den Zähnen. Zu den gravierenden körperlichen Verletzungen kommen schwerste psychische Belastungen infolge des Angriffs in seinem engsten Lebensumfeld. Da er aufgrund der körperlichen und seelischen Folgen seinen Arbeitsplatz verliert, entstehen aus dieser Situation auch massive finanzielle Probleme für Herrn N. und seine Familie. Der Opferfonds CURA unterstützt Familie N. in der finanziellen Notlage.

03) März 2005: Herr S. in Bahnsdorf
Der Asylbewerber Herr S. aus Kamerun wird am 12.09.2004 Opfer eines rassistischen Angriffs in Neupetershain, als er sich auf dem Rückweg in das Asylbewerberheim Bahnsdorf befindet. Als Herr S. drei Männer nach dem Weg fragt, werden er und sein Freund zunächst rassistisch beschimpft und schließlich tätlich angegriffen. Herr S. erhält Faustschläge ins Gesicht. Den beiden Männern gelingt es schließlich zu fliehen und die Polizei zu verständigen. Der Opferfonds CURA finanziert Herrn S. zur Stabilisierung seiner psychosozialen Lage einen Deutschkurs.

04) Mai 2005: Herr E. in Fürstenwalde
Am 14.03.2005 wird Herr E., ein Asylbewerber aus Kamerun, auf seinem Heimweg von vier bis fünf männlichen Jugendlichen in Fürstenwalde angepöbelt und bedroht. Er versucht von einer nahegelegenen Telefonzelle die Polizei zu verständigen. Doch die Jugendlichen folgen ihm, reißen die Tür der Telefonzelle auf, schlagen ihm ins Gesicht und schreien ihn an: „Neger, pass auf, was du hier machst oder du bist tot!“ Herr E. kann schließlich entkommen. Da es sich in der Vergangenheit bewährt hat, Asylbewerbern, die Opfer rassistischer Übergriffe wurden, einen Deutschkurs zu finanzieren, um ihnen die Aufnahme von sozialen Kontakten zu vereinfachen und sie psychosozial zu stabilisieren, übernimmt der Opferfonds CURA auch in diesem Fall die Kosten eines solchen Kurses.

05) Mai 2005: Herr I. in Brandenburg an der Havel

Herr I. ist ein politischer Flüchtling aus Kenia und lebt als Asylbewerber in Brandenburg an der Havel. Zwei Tage nach seiner Ankunft im Frühsommer 2004 werden er und ein Freund bei einem Diskobesuch angepöbelt. Um dem Konflikt zu umgehen verlassen die beiden daraufhin die Diskothek und gehen zur Bushaltestelle. Dort hört Herr I. plötzlich das Klirren einer Flasche, die zerschlagen wird. Daraufhin werden die beiden von zwei Männern aus der Diskothek angegriffen, wobei sie mittlere Verletzungen davontragen. Schwerer als die körperlichen Verletzungen erweisen sich bei Herrn I. die psychischen Folgen. Gerade erst in Deutschland angekommen, erleidet er durch den Angriff ein Trauma. Auch in diesem Fall finanziert der Opferfonds CURA auf Wunsch des Opfers einen Deutschkurs, um es psychosozial zu stabilisieren.

 
 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 178 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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