Aktuelle Förderung

1) Familie L. in Nordrhein-Westfalen
Familie L. wird seit einigen Jahren regelmäßig von einem bekannten Nazi-Aktivisten in der Nachbarschaft rassistisch beschimpft und terrorisiert. Meist handelt es dabei um Pöbeleien und verbale Bedrohungen, wobei diese sich immer wieder auch gegen die Tochter im Kindergartenalter richten. Im Herbst 2009 wird das Auto der Familie stark beschädigt; die Reifen werden durchstochen, die Windschutzscheibe eingeschlagen und der Lack zerkratzt. Ein Nachbar beobachtet den Neonazi, wie er in dieser Nacht in gleicher Weise ein anderes Auto beschädigt – es liegt also nahe, dass er auch der Urheber der Schäden am Auto der Familie L. ist. Die Polizei bleibt aber weitgehend untätig. Mehrmals taucht der Neonazi alleine oder in Begleitung von anderen Neonazis vor dem Haus der Familie L. auf und fordert sie lautstark auf herauszukommen. Die junge Tochter leidet immer mehr unter der Bedrohungslage und zeigt massive Angststörungen, wie Bettnässen, Alpträume und Panikanfälle. Ein Umzug der Familie ist unumgänglich um die bedrohliche Situation zu lösen. Der Opferfonds CURA unterstützt darum die Familie L. bei ihrem Umzug.


2) Opferberatungsstelle 'AufAndHalt' in Thüringen

Der vollständig ehrenamtlich tätige Verein 'AufAndHalt' dient Betroffenen rechter Gewalt und rassistischer Diskriminierung inThüringen als Anlaufstelle. Nach diskriminierenden oder gar gewalttätigen Vorfällen leistet 'AufAndHalt' direkte und unbürokratische Hilfe, beispielsweise in Form von kostenloser Beratung der Opfer sowie Begleitung zu Behörden, Gerichten oder Ärzten. Die Betroffenen sollen auch generell dazu ermutigt werden, zivilgesellschaftliche und/oder staatliche Hilfe nach Übergriffen in Anspruch zu nehmen, denn nach Erfahrungen des Vereins schrecken nicht wenige Opfer aus Angst vor Repressalien davor zurück. Der Verein hilft insbesondere auch Asylsuchenden, da diese sehr häufig rassistische Diskriminierungen und Gewalt erleben und dem besonders wehrlos gegenüberstehen. Der Opferfonds CURA unterstützt 'AufAndHalt' mit regelmäßigen Halbjahreszuwendungen, damit der Verein die Beratungs- und Begleitungstätigkeit aufrechterhalten kann und um die Opferberatungssituation in einer besonders schwierigen Gegend weiter zu stärken.

3) Initiative 'Anti-Castor-Camp Dahlem Dumstorf'

Im Zuge der Proteste gegen die Castortransporte errichtet die Initiative 'Anti-Castor-Camp Dahlem Dumstorf' ein Mahnwachen- und Informationszelt. Einen Tag später finden die Aktivisten das Zelt zerstört vor. Die Inneneinrichtung ist durcheinandergeworfen und die Zeltplanen sind zerschnitten und beschmiert. Unter anderem handelt es sich dabei um Hakenkreuze und Schriftzüge wie "NPD" oder "Dahlenburger Jungs". Im Verlauf des Tages tauchen Gruppen von 15-20 Jugendlichen auf, die sich offenkundig über die Zerstörungen erfreuen und gegen die Demonstranten, die sie als "Zecken" bezeichnen, pöbeln. Erst die Erteilung von Platzverweisen durch die Polizei entschärft die Situation. Später erfahren die Aktivisten, dass lokale Jugendliche über Facebook zum "Hippies aufmischen" aufgerufen und sich so verabredet hatten. Der Opferfonds CURA unterstützt die Initiative bei den Reparatur- und Wiederbeschaffungskosten, die durch die rechtsextremen Zerstörungen entstanden sind.

4) Familie W. in Mecklenburg Vorpommern

In Mecklenburg Vorpommern engagiert sich Herr W. seit einiger Zeit schon aktiv für die demokratische Kultur. Als DJ hat er Kontakt zu zahlreichen Jugendlichen. Gemeinsam mit ihnen organisiert er ein Festival, das deutliche Zeichen gegen Rechts und für Toleranz setzen soll. Dadurch gerät er erstmals ins Visier von Neonazis. Einen Tag vor dem Festival wird der Veranstaltungsort mit Nazi-Parolen besprüht und während des Konzertes werden Besucherinnen und Besucher bedroht. Herr W. hilft als Ehrenamtlicher beim Aufhängen von Wahlkampfplakaten für die SPD. Während dieser Tätigkeit wird er u.a. als "dreckige rote Sau" beschimpft und fotografiert. Zwei Tage später findet Herr W. sein Auto, welches er zum Erwerb seines Lebensunterhaltes dringend benötigt, bis zur Fahruntüchtigkeit beschädigt vor. Zudem wird auch das Haus seines Nachbarn angegriffen, welches von den Tätern vermutlich schlicht verwechselt wurde. Die Angreifer "korrigieren" diesen Umstand mit einem weiteren Anschlag kurze Zeit später, als sie mit einem etwa faustgroßen Stein die Scheibe des Kinderzimmers einwerfen. Im Rahmen einer Spendenkampagne wird Familie W. auch von Ministerpräsident Erwin Sellering besucht. Der Opferfonds CURA unterstützt Familie W. bei der Behebung der entstandenen Sachschäden.

 
 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 179 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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Spendenkonto

Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung
GLS Bank Bochum
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BIC: GENODEM1GLS

 

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Transparenz und Kontrolle

 

Die Amadeu Antonio Stiftung nimmt teil an der 'Initiative Transparente Zivilgesellschaft'.