© Thomas Olsen
Im Jahr 2011 hat der Opferfonds CURA in 18 Fällen Betroffene rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt und ehrenamtliche Opferberatungsstellen mit insgesamt 11.600 Euro unterstützt.
Besonders eindringlich war in diesem Jahr die Unterstützung der Familie des am 24. Oktober 2010 in Leipzig ermordeten Kamal Kilade. Seit dem Mord ist die Familie nicht mehr die selbe. Die beiden Brüder trauen sich kaum mehr aus dem Haus und sind völlig in sich gekehrt und die ganze Familie leidet nach wie vor unter dem schrecklichen Mord. Zu allem Überfluss sind im Zusammenhang mit der Bestattung, Dolmetscherleistungen und einem Wegzug mehrere Tausend Euro Kosten entstanden, die die Familie Kilade zusätzlich belasten. Mit der Unterstützung der Familie setzt der Opferfonds CURA ein Zeichen der Solidarität, wenn auch klar ist, dass dies in Angesicht des unwiederbringlichen Verlustes keine Kompensation sein kann. Neben Familie Kilade wurden in diesem Jahr zehn weitere Einzelpersonen und Familien mit insgesamt 4.800 Euro unterstützt.
Angriffe auf unliebsame Einrichtungen
2011 wurden aus dem Opferfonds CURA erneut auch Organisationen unterstützt, die zur Zielscheibe von Neonazi-Angriffen geworden waren. Nach mehrmaligen Angriffen auf die Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde im Landkreis Barnim half der Opferfonds CURA ihr bei der Installation eines Sicherheitssystems. „Ich reagiere mit großer Angst auf die Ereignisse in unserer Gesellschaft," so die Vorsitzende der Gemeinde Diana Sandler, „es ist schockierend, dass in einem demokratischen Land mit der Vorgeschichte des Holocausts immer noch so offener Antisemitismus möglich ist.“
Darüber hinaus gewährte der Opferfonds CURA dem Kreisverband der Sozialistischen Jugend Deutschlands, "Die Falken", in Berlin-Neukölln Soforthilfe nach einem schweren Brandanschlag auf das Vereinshaus in der Nacht zum 27. Juni. „Das gesamte Haus ist durch den Brand betroffen, ein Großteil der Einrichtung ist unbenutzbar geworden,“ sagt Andrew Walde, Gruppenleiter der Falken, „aber zum Glück wurde niemand verletzt!“ Nur 24 Stunden vor dem Anschlag auf die Jugendeinrichtung hatte er hier mit zehn Kindern zwischen 6 und 10 Jahren übernachtet. Eine Woche zuvor war eine Jugendgruppe aus Israel hier zu Gast. In beiden Fällen zusammen half der Opferfonds CURA mit 1.300 Euro.
Unterstützung von Opferberatungsstellen
Im Bereich der Opferberatungsstellen war der Opferfonds CURA mit fünf Förderungen in Höhe von insgesamt 5.500 Euro zur Stelle. Das Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V., welches Betroffenen, die sich vor Gericht gegen Diskriminierung zur Wehr setzen wollen juristisch beisteht, wurde ebenso unterstützt, wie auch mit zwei Halbjahresförderungen AufAndHalt e.V., das im Raum Gera Betroffenen von Rassismus, insbesondere Flüchtlingen, mit Rat und Tat zur Seite steht. Zudem wurden im Rahmen des Opferfonds CURA zwei Vernetzungs- und Fortbildungstreffen der ostdeutschen Opferberatungsstellen finanziert, um auch in Zukunft eine gute Beratung und starke Interessenvertretung für Opfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt zu gewährleisten.
Jede Spende hilft!
Für die Unterstützung von Betroffenen rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt ist der Opferfonds CURA dringend auf Spenden angewiesen. Setzen auch Sie ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit den Opfern rechtsextremer und rassistischer Gewalt und spenden an:
Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung
Deutsche Bank Bensheim
BLZ: 509 700 04
Konto: 030 331 331
Von Thomas Olsen und Ernst Sommer
16/01/2012
Monika Kruse, DJ/Initiatorin von No Historical Backspin
"Wenn No Historical Backspin vielleicht schon im Vorfeld zum Nachdenken anregen kann, so hilft der Opferfonds Cura denjenigen, die bereits unter rassistischer und intoleranter Gewalt leiden mussten."
Prof. Dr. Norbert Lammert
Bundestagspräsident
"Leider werden viele Mitbürger täglich irgendwo in unserem Land angegriffen. Wir müssen uns dagegen wehren und vor allem für die Opfer da sein."
Claudia Luzar, Opferberatungsstelle BACK UP (NRW)
"Leider fühlt sich in Deutschland kaum jemand für die zahlreichen Opfer rechtsextremer Gewalt zuständig. Aber unabhängige Hilfe kommt von dem Opferfonds CURA."
Franz Zobel, Mitarbeiter bei ezra (Opferberatungsstelle in Thüringen)
"Der Opferfonds CURA setzt ein deutliches Signal: Uneingeschränkte Solidarität mit Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt."
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In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 183 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.
Spendenkonto
Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung
Deutsche Bank Bensheim
BLZ 509 700 04
Konto 030 331 331
IBAN: DE30509700040030331331
BIG: DEUTDESF509
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