Jahresbilanz 2012

Im Jahr 2012 konnte der Opferfonds CURA in 26 Fällen mit insgesamt 21.123,13 Euro helfen. So wurde Privatpersonen oder Familien geholfen, die Opfer rechtsextremer, rassistischer oder antisemitischer Gewalt wurden. Aber auch Projekte, die sich dem Schutz von Minderheiten widmen oder die Opferperspektive in den Blick der Öffentlichkeit rücken, wurden gefördert; ebenso ehrenamtliche Opferberatungsstellen unterstützt.

Einem jungen Paar aus Hoyerswerda, das sich konsequent gegen Nazipropaganda in der Stadt wehrte, konnte mit den Mitteln aus dem Opferfonds CURA schnell und unbürokratisch geholfen werden. Nachdem die Beiden massiv von Neonazis bedroht wurden, mussten sie die sächsische Stadt verlassen – weil die Polizei erklärte, ihnen keinen Schutz bieten zu können. Das Paar beschloss schweren Herzens Hoyerswerda zu verlassen, sie fühlten sich nicht mehr sicher. Der Opferfonds CURA half ihnen, den Umzug in eine neue Heimat zu finanzieren.
Auch ein Restaurantbetreiber aus Geithain (Sachsen) und seine Mitarbeiter wurden Opfer von Neonazis. Seit der Eröffnung im Januar 2012 wurde das Lokal wiederholt von Neonazis angegriffen und die Mitarbeiter bedroht. Den Höhepunkt des rassistischen Terrors bildete ein Sprengstoffanschlag auf das Restaurant, bei dem das Geschäft erheblich beschädigt wurde, die Inneneinrichtung wurde zum Teil völlig zerstört. Letztendlich wurde das Lokal aufgrund der massiven Bedrohung geschlossen. Auch hier konnte der Opferfonds CURA bei der Unterstützung der ehemaligen Mitarbeiter helfen.

Nicht nur Einzelpersonen, auch für die Unterstützung Begleitung von Betroffenen wichtige Projekte werden durch den Opferfonds CURA gefördert. So erhielt die Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt in Thüringen, ezra, finanzielle Unterstützung für die Ausstellung „Angsträume - Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen“. Die Ausstellung wird in verschiedenen Orten Thüringens gezeigt und will für die erschreckende Alltäglichkeit rechter Gewalt sensibilisieren.

Ein weiteres Projekt im Rahmen der CURA-Förderung waren die Bremer Projekttage „Köfte Kosher“, bei denen sich jüdische und muslimische Jugendliche mit Themen wie Diskriminierung, Zivilcourage und alltäglichem Rassismus beschäftigten. Die ProjektteilnehmerInnen setzten sich mit den Todesopfern rechter Gewalt auseinander und fanden einen kreativen Weg, den getöteten Menschen ein Gesicht im Stadtbild zu geben und so dem Vergessen entgegenzuwirken.

Mit dem Start der neuen Webseite www.opferfonds-cura.de konnte maßgeblich zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit beigetragen werden. Berichte und Reportagen über Opfer rechter Gewalt, aber auch über kreative Projekte für Minderheitenschutz oder gegen das Vergessen, tragen dazu bei, dass das Thema verstärkt in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
Die Überprüfung und Überarbeitung der Liste der Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 sorgte für eine erhöhte mediale Wahrnehmung der Amadeu Antonio Stiftung im Allgemeinen und des Opferfonds CURA im Besonderen.

 
 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 193 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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Spendenkonto

Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung
GLS Bank Bochum
IBAN: DE75 4306 0967 6005 0000 02
BIC: GENODEM1GLS

 

Ein Projekt der

 
 

Transparenz und Kontrolle

 

Die Amadeu Antonio Stiftung nimmt teil an der 'Initiative Transparente Zivilgesellschaft'.