Jahresbilanz 2016

Die Notwendigkeit des Opferfonds CURA zeigt sich nicht zuletzt an den dramatisch gestiegenen Zahlen der politisch motivierten Kriminalität-rechts für das Jahr 2015: Mit 22.960 rechtsextreme Straftaten und 1.177 Gewalttaten ist das der höchste Stand seit der Reform zur Erfassung der PMK im Jahr 2001. So ist die Anzahl der rechtsextremen Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 34% gestiegen. Viele Betroffene rechter Gewalt erleben nach einem Angriff ein Gefühl der Ohnmacht. Der Opferfonds CURA bietet finanzielle Hilfe, damit die Opfer zurück in den Alltag finden. Im Jahr 2016 wurde der Opferfonds CURA bereits in 38 Fällen mit 61.878,74 Euro aktiv.

Eine große Spendenbereitschaft für den Opferfonds CURA gab es nach den Anschlägen im Leipziger Stadtteil Connewitz im Januar dieses Jahres. Am 11. Januar 2016 hatten über 200 Neonazis im linksalternativen Stadtteil Connewitz randaliert. Fensterscheiben zahlreicher Lokalitäten gingen zu Bruch und dutzende Autos wurden beschädigt. Hier sammelten der Opferfonds CURA zusammen mit dem Roten Stern Leipzig über 45.000 Euro für Ladenbesitzer, die von rechten Angriffen betroffen waren. Neben der finanziellen Unterstützung entlaste die Spendenbereitschaft auch die Seele, so die Inhaberin eines Leipziger Geschäftes nach dem Angriff.

Der Opferfonds CURA half darüber hinaus noch vielen anderen Einzelpersonen. Gerade Flüchtlinge sind immer wieder Angriffen und Attacken ausgesetzt: In Forst (Lausitz) wird ein Flüchtling auf dem Heimweg Opfer eines brutalen Angriffs. Die stark alkoholsierten Täter attackieren ihn und verletzen ihn so schwer, dass er sich nur mit Mühe in seine Unterkunft retten kann und dort die Polizei verständigt. Sein Smartphone, welches für das Lernen der deutschen Sprache sowie für den weiteren Ausgang seines Asylverfahrens entscheidend ist, wird dabei zerstört. Aufgrund seines ungewissen Aufenthaltsstatus fehlen ihm die finanziellen Mittel, um das defekte Gerät zu ersetzen. Der Opferfonds CURA half hier unbürokratisch, indem sich der Mann ein neues Smartphone kaufen konnte.

Ob bei der Übernahme der Kosten für Sachschäden, Anwaltskosten oder Therapiestunden – der Opferfonds CURA unterstützt Betroffene rechtsextremer, rassistischer oder antisemitischer Gewalt schnell und unbürokratisch. Wie im Fall eines aus dem Irak geflüchteten Mannes: Er wird von einer gewalttätigen Gruppe rassistisch beleidigt und mit einem Messer angegriffen. Ausgehend von weiteren rassistischen Angriffen leidet der Betroffene an einer großen psychischen Belastung. Um die traumatischen Auswirkungen der rassistischen Gewalt zu verarbeiten, hat sich der Betroffene mithilfe des Opferfonds CURA in Therapie begeben.

Wenn über menschenverachtende und rassistische Gewalt berichtet wird, stehen häufig die Täter im Mittelpunkt. CURA sorgt in Kooperation mit lokalen Beratungsstellen dafür, dass es die Betroffenen sind, die nicht in Vergessenheit geraten.

Diese Beispiele zeigen eindringlich, wie wichtig der Opferfonds CURA ist. Damit Betroffenen rechter und rassistischer Gewalt auch in Zukunft schnell und unbürokratisch geholfen werden kann, brauchen wir Ihre Unterstützung. Helfen Sie uns mit Ihrer Spende! 

 

Maximilian Kirstein, 08.02.2017


 

 
 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 193 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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Spendenkonto

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