Jahresbilanz 2017

Die Notwendigkeit von CURA zeigt sich nicht zuletzt an der unverändert hohen Zahl der politisch motivierten Kriminalität-rechts für das Jahr 2016: Mit 23.555 rechtsextremen Straftaten und 1.698 Gewalttaten wurden die Zahlen des Vorjahres (22.960 Straftaten, darunter 1.485 Gewalttaten) sogar noch übertroffen, wodurch gleichzeitig der höchste Stand seit der Reform zur Erfassung der PMK im Jahr 2001 verzeichnet wurde. Viele Betroffene rechter Gewalt erleben nach einem Angriff ein Gefühl der Ohnmacht. Der Opferfonds CURA bietet finanzielle Hilfe, damit die Opfer zurück in den Alltag finden. In 2017 wurde der Opferfonds CURA in 22 Fällen mit 18.208,53 Euro aktiv.

Der Opferfonds CURA half insbesondere Einzelpersonen, aber auch Organisationen, die sich für eine demokratische Zivilgesellschaft einsetzen. Gerade letztere sind immer wieder Angriffen und Attacken ausgesetzt: Im vorpommerschen Schmarsow dringen Unbekannte in den  Sitz des Vereins Land und Leute ein und hinterlassen einen Ort der Verwüstung. Ein ins Sofa eingeritztes Hakenkreuz sowie der Umstand, dass wenige Tage vor der Tat israelische Jugendliche in dem Gebäude untergebracht waren, sprechen für ein rechtsextremes bzw. antisemitisches Tatmotiv. Neben dem hohen Sachschaden bleibt nach wie vor ein Gefühl der Unsicherheit. Um dem Verein Land und Leute e.V., der im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommern wertvolle zivilgesellschaftliche Arbeit leistet, bei dieser doppelten Belastung beizustehen, unterstützt der Opferfonds CURA die notwendigen Renovierungsarbeiten mit 2.000€, damit der Verein seine Arbeit schnell wieder wie gewohnt aufnehmen kann.

Der Opferfonds unterstützt Betroffene rechtsextremer, rassistischer oder antisemitischer Gewalt schnell und unbürokratisch. Wie im Fall eines geflüchteten Paares aus Syrien, welches in einer Plattenbausiedlung im Landkreis Spree-Neiße nähe Cottbus wohnte. Im Frühjahr dieses Jahres waren zwei Freund_Innen des Paares zu Besuch in der Wohnung. Als einer von ihnen am Fenster stand, wurde er von zwei Personen, die vor dem Fensterstanden u.a. mit den Worten „Scheiß Ausländer, was macht ihr hier in unserem Land?“ beleidigt. Da das Paar einen der beiden Personen als einen Nachbarn erkannte, beschlossen die beiden Männer in der Wohnung zu dem Nachbarn zu gehen, um etwaige Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Als sie aus dem Hauseingang traten, wurde sie unter anderem mittels eines Kopfstoßes attackiert und verletzt. Die beiden schwangeren Frauen sahen dies von der Wohnung aus und erlitten einen Shock und Blutungen im Unterleib. Eine der beiden Frauen verlor wenige Tage nach dem Angriff auf ihren Mann ihr Kind. Da das besuchende Paar in der Nähe des Tatorts wohnt und somit die Gefahr besteht, dass sie dort von den Tätern erneut aufgesucht werden, musste das Paar umziehen. Mithilfe des Opferfonds CURA konnten wir uns an den Umzugkosten beteiligen.

Wenn über menschenverachtende und rassistische Gewalt berichtet wird, stehen häufig die Täter_innen im Mittelpunkt. CURA sorgt in Kooperation mit lokalen Beratungsstellen dafür, dass es die Betroffenen sind, die nicht in Vergessenheit geraten.

All diese Erfolge wären ohne unsere Spenderinnen und Spender nicht möglich gewesen. Ihnen gilt unser ganz herzlicher Dank dafür, dass Sie die Arbeit der Amadeu Antonio Stiftung kontinuierlich unterstützen und damit überhaupt erst ermöglichen! Helfen Sie uns mit Ihrer Spende! 

 

Maximilian Kirstein, 29.01.2018


 

 
 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 193 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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Spendenkonto

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