»No Historical Backspin« - Mit Technobeats gegen Rassismus

Am 15. November war die Initiative »No Historical Backspin« zu Gast in Helgas Stadtpalast in Rostock. Gemeinsam mit anderen Musikern setzte die international erfolgreiche DJane Monika Kruse dort ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Rassismus.

Immer wieder versuchen Rechtsextreme, Jugendliche über Musik für ihre menschenverachtende Ideologie zu gewinnen. Sogar innerhalb der elektronischen Musikszene, die bekannt ist für Weltoffenheit und Toleranz, gibt es Versuche von Seiten der Neonazis, Jugendliche auf diese Weise zu ködern. Mit ein Grund für die international erfolgreiche DJane Monika Kruse im Jahr 2000 das Projekt »No Historical Backspin« ins Leben zu rufen. Seitdem hat sie verschiedene Techno-Partys organisiert. Die teilnehmenden Musiker und DJs treten stets ohne Gage auf. Die Erlöse der Veranstaltung kommen dem Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung zugute.

Nun gab es für Monika Kruse erneut einen konkreten Anlass für eine ihrer legendären »No Historical Backspin« Partys: „Die aktuellen Proteste gegen Flüchtlinge sind extrem aufgeheizt und aggressiv. Fast täglich lese ich von Nazis, die mit Fackeln vor Asylbewerberheimen aufmarschieren und dabei die Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern haben. Das stärkt Gewalttätern den Rücken. Wir müssen jetzt alle gemeinsam deutlich machen, dass wir dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Dafür will ich mit »No Historical Backspin« eine Öffentlichkeit schaffen und die Gäste zum Handeln anregen“, so die DJane.

Am 15. November lud Monika Kruse zusammen mit anderen DJs nach Rostock in Helgas Stadtpalast. Viele Menschen sind gekommen, um mit ihnen zu feiern und ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu setzen. Über 4700,00 Euro sind dabei für den Opferfonds CURA zusammengekommen. Mit diesem Geld kann die Amadeu Antonio Stiftung nun schnelle und unbürokratische Hilfe für Betroffene rechter Gewalt leisten. „Mit dem Opferfonds Cura können wir jedes Jahr zwischen 15 und 20 Betroffenen von rechter und rassistischer Gewalt direkt helfen. Die Unterstützung kommt direkt ohne Abzüge bei den Menschen an. Wir freuen uns sehr, dass Monika Kruse nun bereits über Jahre hinweg unsere Arbeit unterstützt“, sagt Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung.

Monika Kruse gehört seit Jahren zur ersten Garde der deutschen DJs. 1971 in Berlin geboren, startete sie Anfang der neunziger Jahre ihre Karriere in München und wurde aufgrund ihres Erfolgs in der Techno- und Houseszene schnell auch außerhalb der bayerischen Hauptstadt bekannt. 1995 organisierte sie ihre eigene Partyreihe „Housetram“ in einer Münchner Straßenbahn. Zur gleichen Zeit starteten internationale Bookings, die sie unter anderem sogar bis nach New York und Australien führte. Mittlerweile lebt Monika Kruse wieder in der deutschen Hauptstadt und trägt mit ihren Labels Terminal M und Electric Avenue Recordings maßgeblich zum Sound of Berlin bei. Neben ihrer Tätigkeit als DJane und Produzentin setzt Monika Kruse ihre musikalischen Ideen auch selbst um: in Zusammenarbeit mit Patrick Lindsey entstanden bislang zahlreiche Singles und Remixe sowie vier Alben.

Neben dem Opferfonds CURA wird auch der Verein Bunt statt Braun mit den Erlösen unterstützt, der sich in zahlreichen Projekten gegen Rassismus in Rostock und ganz Deutschland engagiert.

Für die Unterstützung des Opferfonds CURA möchte sich die Amadeu Antonio Stiftung ganz herzlich bei Monika Kruse und all jenen bedanken, die den Abend ermöglicht haben.

 
 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 193 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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