Rechtsextremer Brandanschlag in Limbach-Oberfrohna; © Andreas Seidel
Über Neonazis wird seit dem Bekanntwerden der Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ viel geredet. Und auch über den Staat, der trotz geheimdienstlicher Aktivitäten die Dimensionen des Rechtsextremismus über Jahre nicht erkannte, wird viel gesprochen. Doch was ist eigentlich mit den Opfern des NSU und anderer Rechtsextremisten?!
Viele Betroffene kämpfen aufgrund der umfangreichen Medienberichterstattung mit Retraumatisierungen und brauchen psychologische Betreuung, andere wollen Nebenklagen gegen die Täter und ihre Unterstützer führen. Nicht wenige fühlen sich bedroht und wollen so bald wie möglich wegziehen. Die Sorgen sind mehr als verständlich angesichts immer neuer Medienberichte, die nahelegen, dass die sogenannte „Zwickauer Terrorzelle“ von einem großen Netzwerk unterstützt wurde. Doch sind die jüngsten Erkenntnisse so überraschend? Nach Recherchen der stern-Aktion „Mut gegen rechte Gewalt“ sind seit 1990 mindestens 182 Menschen durch menschenfeindliche Übergriffe getötet worden. Alleine im Jahr 2010 zählte der Verfassungsschutz 806 rechtsextreme Gewalttaten – mit unbekannter Dunkelziffer. Hinter diesen abstrakten Zahlen stehen Menschen mit individuellen Lebens- und Leidensgeschichten. Ausgehend von einer menschenverachtenden Ideologie wurden ihnen materielle, körperliche und seelische Schädigungen zugefügt. Und als ob dies nicht schon genug wäre, bleiben Geschädigte und ihre Angehörigen in den meisten Fällen allein. Die Auseinandersetzung mit den Opfern stellt für die Mitmenschen eine Belastung dar – da ist es meist bequemer und spannender, sich mit den Tätern zu beschäftigen.
Schnelle und unbürokratische Hilfe erhalten Betroffene rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Übergriffe seit sieben Jahren vom Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung. In knapp hundert Fällen wurde Geschädigten bei Arzt- und Anwaltskosten, Sachschäden oder Umzügen geholfen und ehrenamtliche Opferberatungsstellen unterstützt. Die jüngst bekannt gewordenen Neonazi-Morde haben deutlich gemacht, dass die Hilfe des Opferfonds CURA mehr denn je gebraucht wird. Es ist ein Akt der Menschlichkeit und Solidarität, dass wir die Betroffenen nicht alleine lassen! Jede Spende hilft dabei, Opfer rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt zu unterstützen!
Wir freuen uns über die bisherige Unterstützung von:
• Mo Asumang, Moderatorin und Regisseurin
• Björn Harras, Schauspieler
• Ursula Kinkel, Gründerin des Opferfonds CURA
• Dr. Klaus Kinkel, Bundesminister des Auswärtigen a.D.
• Sebastian Krumbiegel, Sänger und Musiker
• Benedikt Pliquett, Fußballtorhüter des FC St. Pauli
• Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestags
• Wolfgang Tillmans, Fotograf und Künstler
• Stefanie Kloß, Johannes Stolle, Thomas Stolle und Andreas Nowak von der Band Silbermond
Monika Kruse, DJ/Initiatorin von No Historical Backspin
"Wenn No Historical Backspin vielleicht schon im Vorfeld zum Nachdenken anregen kann, so hilft der Opferfonds Cura denjenigen, die bereits unter rassistischer und intoleranter Gewalt leiden mussten."
Prof. Dr. Norbert Lammert
Bundestagspräsident
"Leider werden viele Mitbürger täglich irgendwo in unserem Land angegriffen. Wir müssen uns dagegen wehren und vor allem für die Opfer da sein."
Claudia Luzar, Opferberatungsstelle BACK UP (NRW)
"Leider fühlt sich in Deutschland kaum jemand für die zahlreichen Opfer rechtsextremer Gewalt zuständig. Aber unabhängige Hilfe kommt von dem Opferfonds CURA."
Franz Zobel, Mitarbeiter bei ezra (Opferberatungsstelle in Thüringen)
"Der Opferfonds CURA setzt ein deutliches Signal: Uneingeschränkte Solidarität mit Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt."
183 Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...
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In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 183 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.
Spendenkonto
Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung
Deutsche Bank Bensheim
BLZ 509 700 04
Konto 030 331 331
IBAN: DE30509700040030331331
BIG: DEUTDESF509
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