17.04.1997, Chris Danneil und Olaf Schmidke

Berlin

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Berliner Senatsverwaltung für Inneres (PDF-Dokument, 116.1 KB)

Nach einem Polterabend der rechten Szene ersticht ein Neonazi in der Nacht zum 17. April 1997 in Berlin-Treptow die zwei "Kameraden" Chris Danneil (31) und Olaf Schmidke (26). Dem Gewaltexzess geht ein banaler Streit voraus: Der aus Berlin stammende Täter und ein Kumpan können sich mit den beiden Neonazis aus Sachsen-Anhalt nicht einigen, wann die rechtsextreme FAP (Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei) vom Bundesinnenminister verboten worden ist. Das Landgericht Berlin verurteilt den 33-jährigen Messerstecher zu 14 Jahren Haft, der 27 Jahre alte Mittäter bekommt zweieinhalb Jahre. Das Gericht stellte in seiner Urteilsbegründung fest, dass "die Täter die Tat nicht aus besonderen niedrigen Beweggründen begangen haben". Der Mord an Chris Danneil und Olaf Schmidke zeigt beispielhaft ein eklatantes Defizit der PMK-rechts Statistik. Da Täter und Opfer aus dem rechtsextremen Milieu kamen, wird eine politisch motivierte Tat oftmal von vornherein ausgeschlossen. Für die Bundesregierung handelt es sich deshalb nicht um eine Tat des Phänomenbereiches PMK-rechts: Aus dem Erfassungssystem fallen oftmals all jene Tötungsdelikte, bei denen für die Behörden keine „spezifisch“ rechte Opferkategorie erkennbar ist (wie hier: szeneninterner Mord). Dabei verkennen sie jedoch die Tatsache, dass interne Streitereien oder als Raubüberfälle getarnte Delikte oftmals durchaus ein politisches Motiv zugrunde liegt. Der ideologische Kontext des Täters sollte nicht ignoriert werden, wird doch dadurch die Hemmschwelle zur exzessiven Gewalt an einem Menschen gesenkt.

 
 
 

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