24.04.1993, Matthias Lüders (staatlich anerkannt)

Sachsen-Anhalt

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DIE ZEIT

Am 24. April 1993 erhält der Wehrpflichtige Matthias Lüders bei einem Überfall von 40 rechten Skinheads auf eine Diskothek in Obhausen (Sachsen-Anhalt) zwei Schläge auf den Kopf. Zwei Tage später stirbt der 23-Jährige. Im Prozess gegen einen 20-jährigen Neonazis stellte das Landgericht Halle fest, dass die Diskothek zum Zeitpunkt der Tat als "linker Treffpunkt" bekannt gewesen sei. Der "blitzartige Angriff" sei eine Racheaktion gewesen. Der Polizei wird vom Landgericht vorgeworfen, sie sei vorab informiert gewesen. Im Februar 1994 verurteilt das Gericht den Neonazi wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren. Er hat zugegeben, dass er mit einem Baseballschläger auf Matthias Lüders eingeschlagen hat.

Erst im Mai 2012 wird Matthias Lüder von der Landesregierung Sachsen-Anhalt als ein Todesopfer rechter Gewalt offiziell anerkannt. Der Grund für eine Überprüfung der bisher nicht-anerkannten Todesopfer rechter Gewalt war die Selbstenttarnung des NSU im November 2011. Es ist bedauerlich, dass sich die politischen Verantwortlichen in Sachsen-Anhalt erst angesichts einer neonazistischen Mordserie dazu durchringen konnten, Altfälle noch einmal zu prüfen. Zivilgesellschaftliche Organisationen forderten dies bereits seit mehreren Jahren.

 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 178 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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