22.04.2001, Mohammed Belhadj

Mecklenburg-Vorpommern

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Der 31-jährige Asylbewerber Mohammed Belhadj wird in der Nacht zum 22. April 2001 nahe Jarmen (Mecklenburg-Vorpommern) zu Tode geprügelt. Als Täter werden vier Männer aus Greifswald im Alter zwischen 18 und 22 Jahren ermittelt. Einer der Täter begeht in Untersuchungshaft Selbstmord. Die jungen Männer sind bereits wegen anderer Gewaltdelikte vorbestraft. Als Motiv für die Tat geben sie im Prozess vor dem Landesgericht Neubrandenburg an, sie hätten sich über den Algerier geärgert, weil dieser ihnen nicht wie versprochen Haschisch besorgt habe. Laut Staatsanwaltschaft sagten die vier Männer aus, sie hätten den 31-jährigen Asylbewerber auf Drogen angesprochen, weil sie nordafrikanisch aussehende Personen generell für Rauschgifthändler hielten. So sei es während der Autofahrt zum Streit gekommen, weil Mohammed Belhadj den Weg zum Wohnheim nicht mehr sicher sagen konnte und sich die Angeklagten daher um den in Aussicht gestellten Haschisch-Deal betrogen fühlten. Im Auto beginnen sie daraufhin den 31-Jährigen bereits im Auto unter anderem als "Penner" zu beschimpfen und zu schlagen. Die vier Männer beschließen, dem 31-Jährigen "eine Lektion zu verpassen". Als sie an einem Kiessee bei Zarrenthin ankommen, zerren sie Mohammed Belhadj aus dem Wagen. Dort treten und schlagen sie auf das am Boden liegende Opfer ein und zerren ihn schließlich zum Ufer des Kiessees. Als die vier Männer Mohammed Belhadj zwingen im Wasser zu knien, wirft der 18-jährige Haupttäter dem Opfer einen Stein ins Gesicht. Schließlich lassen die Schläger ihr Opfer im flachen Wasser liegen. Als einer der Täter auf dem Nachhauseweg fürchtet, der Asylbewerber sei tot, sagt ein Kumpan: "Mach dich doch nicht fertig. Es war doch nur ein Scheiß-Ausländer." Gegenüber der Polizei hätten die Vier erklärt, dass sie in dem Moment davon ausgingen, dass der Algerier entweder schon tot sei oder aber ganz sicher sterben würde. Im März 2002 verurteilt das Landgericht Neubrandenburg die drei Angeklagten wegen Mordes zu Jugendstrafen zwischen fünfeinhalb und neun Jahren. Der 18-jährige Haupttäter sei in "menschenverachtender Weise" mit seinem Opfer umgegangen, stellte das Gericht fest. Einen ausländerfeindlichen Hintergrund erwähnen die Richter nicht.

 
 
 

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