15.08.1999, Carlos Fernando (staatlich anerkannt)

Bayern

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Bayerisches Staatsministerium des Innern (PDF-Dokument)

Am 15. August 1999 wird der 35-jährige Mosambikaner Carlos Fernando in Kolbermoor (Bayern) von Roman G. totgeprügelt. Der tödlichen Attacke ging voraus, dass sich der 31-jährige Täter Roman G. darüber aufgeregte, dass das Auto seiner Freundin von Afrikanern zugeparkt worden sei. Mit den Worten: „Die Drecksneger gehören alle totgeschlagen“ soll er laut Nürnberger Nachrichten Carlos Fernando beschimpft haben. Die Tat wurde polizeilich als versuchtes Tötungsdelikt mit fremdenfeindlicher Motivation bewertet: Die fremdenfeindliche Motivation zeigte sich nicht nur anhand der rassistischen Äußerung des Täters, sondern auch an Beweismitteln, die in der Wohnung des Täters gefunden wurden. Diese bewiesen eindeutig, dass der Täter dem rechtsextremen Milieu zuzurechnen ist. Trotz dieser Erkenntnisse sieht das Landgericht Traunstein kein rassistisches Motiv. Roman G. wird am 16. Mai 2000 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Im Gerichtsurteil heißt es lediglich, dass der Täter "ohne nachvollziehbaren Anlass" sowie "rücksichtslos und mit großer Brutalität und Gewaltbereitschaft vorgegangen" sei.

Bis heute erinnert nur eine auf dem Friedhof versteckte Tafel an Carlos Fernando. Auf dieser wird jedoch der rassistische Hintergrund der Tat nicht erwähnt.

 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 178 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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