03.08.1992, Ireneusz Szyderski

Thüringen

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DIE ZEIT

Am 3. August 1992 stirbt der Pole Ireneusz Szyderski nach einem Besuch in einem Discozelt in Stotternheim (Thüringen). Als der 24-jährige Erntehelfer mit Freunden das Gelände über einen Zaun verlassen will, treten und schlagen drei Ordner, die laut Staatsanwaltschaft Erfurt der rechten Szene angehören, auf ihn ein. Nach der Obduktion sagt die Staatsanwaltschaft, "massive Schläge auf Kopf und Rücken hätten zum Tod geführt". Im Prozess will der medizinische Sachverständige allerdings nicht ausschließen, "dass die starke Alkoholisierung des Polen Schuld an dessen Tod sei". Da sich vor dem Landgericht Erfurt nicht klären lässt, wer die Tritte und Schläge ausgeführt hat, verurteilt sie einen der Täter, den 24-jährigen Rene K., im November 1993 zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Ein 23-Jähriger und ein 25-Jähriger werden zu Geldstrafen von 760 Mark beziehungsweise 600 Mark verurteilt.

 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 178 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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