09.08.2001, Klaus-Dieter Harms

Brandenburg

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DIE ZEIT

Am 9. August 2001 wird der alkoholkranke Klaus-Dieter Harms in Wittenberge (Brandenburg) in seiner Wohnung von zwei Männern zu Tode geprügelt. Dank einer Zeugenaussage, werden die Täter wenige Stunden nach der Tat gefasst. Die Nachbarin beschuldigt den Täter ein Rechtsextremist zu sein, da er sie in der Vergangenheit angeblich mit dem Hitler-Gruß begrüßt habe. Bei den nachfolgenden polizeilichen Ermittlungen wird diesem Hinweis in keiner Weise nachgegangen. Infolgedessen auch die Staatsanwaltschaft kein rechtes Motiv für die Tat sieht. Beim Tathergang gibt es jedoch starke Indizien für ein sozialdarwinistisches Motiv: Die Täter urinieren auf ihr Opfer und attackieren Harms derart exzessiv, dass auch der Rechtsmediziner vom Verletzungsgrad schockiert ist. Auch spiegelverkehrte Hakenkreuze finden sich an den Wänden des Hausflurs des Opfers. Diese finden jedoch keine polizeiliche Beachtung. Nur der Rechtsmediziner notiert in seinem Gutachten diese Schmierereien. Im Urteil des Landgerichts Neuruppin finden sich weitere Indizien, dass ein sozialdarwinistisches Motiv mindestens eine tatbegleitende Rolle gespielt haben: Die Täter hätten den alkoholkranken 61-jährigen Mann als verachtungswürdigen Menschen gesehen und ohne jeden Anlass gequält. Aufgrund der defizitären polizeilichen Ermittlung ist nach bisherigen Kenntnisstand eine abschließende Beurteilung nicht möglich.

 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

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In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 178 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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