17.08.2008, Rick Langenstein (staatlich anerkannt)

Sachsen-Anhalt

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taz

In der Nacht zum 17. August 2008 wird der 20-jährige Rick Langenstein nach dem Besuch einer Diskothek in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) von dem unter anderem wegen einer rassistisch motivierten Körperverletzung und Volksverhetzung vorbestraften Neonazi Bastian O. mit unzähligen Schlägen und Tritten tödlich misshandelt. Das Landgericht Magdeburg sieht es in der Hauptverhandlung als erwiesen an, dass Bastian O. sich provoziert fühlte und sich rächen wollte. Der Rick L. der in Braunschweig Kunstwissen- und Geschichtswissenschaft studierte, war zu Besuch in seiner Heimatstadt. Als Bastian O. fragt, ob er eine Zigarette von Rick Langenstein bekommt, habe dieser geantwortet, dass ein „Hobby-Nazi“ von ihm keine Zigarette bekäme. Der Angeklagte, der laut Staatsanwaltschaft auf dem Oberschenkel ein Hakenkreuz tätowiert hat, schlug in Wut mit der Faust, verstärkt gegen den Kopf seines Opfers. Als der Kunststudent zu Boden ging trat Bastian O. mit seinen Springerstiefeln gegen Kopf, Bauch und Genitalbereich. Als sich das Opfer nicht mehr regte, hat der Angeklagte die Wertsachen des Opfers an sich genommen. Rick Langenstein erstickte an seinem Blut. Das Landgericht verurteilte den 20-jährigen Neonazi im Mai 2009 zu einer Jugendhaftstrafe von acht Jahren wegen Totschlags.

Im Juni 2009 wurde ein Gedenkstein für Rick Langenstein wenige Meter vom Tatort entfernt auf öffentlichem Grund aufgestellt.

 
 
 

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