11.12.1990, Klaus-Dieter Reichert

Berlin

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Berliner Senatsverwaltung für Inneres (PDF-Dokument, 116.1 KB)

Der 24-jährige Klaus-Dieter Reichert wird in der Nacht zum 11. Dezember 1990 in seiner Wohnung in Berlin-Lichtenberg von drei rechten Skinheads derart brutal zusammengeschlagen, dass dieser sich in Panik aus einem Zimmerfenster zehn Stockwerke tief in den Tod stürzt. Die Täter wollten den Mann zur Herausgabe von Geld zwingen, das er angeblich zwei Bekannten schuldete. Zwei der Schläger waren vorbestraft, einer auch wegen rechtsextremer Propagandadelikte. Das Landgericht Berlin verurteilt später zwei Täter zu je vier Jahren, den dritten zu drei Jahren Haft.

Der Mord an Klaus-Dieter Reichert zeigt beispielhaft ein eklatantes Defizit der PMK-rechts Statistik. Da nach Auffassung der Ermittlungsbehörden Täter und Opfer aus dem rechtsextremen Milieu kamen, schließen sie eine politisch motivierte Tat aus. Für die Bundesregierung handelt es sich deshalb nicht um eine Tat des Phänomenbereiches PMK-rechts: Aus dem Erfassungssystem fallen oftmals all jene Tötungsdelikte, bei denen für die Behörden keine „spezifisch“ rechte Opferkategorie erkennbar ist (wie hier ein szeneninterner Mord). Dabei verkennen sie jedoch die Tatsache, dass interne Streitereien oder als Raubüberfälle getarnte Delikte oftmals durchaus ein politisches Motiv zugrunde liegt. Der ideologische Kontext des Täters sollte nicht ignoriert werden, wird doch dadurch die Hemmschwelle zur exzessiven Gewalt an einem Menschen gesenkt.

 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 193 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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