19.12.2003, Viktor Filimonov, Waldemar Ickert und Aleksander Schleicher

Baden-Württemberg

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taz

Am 19. Dezember 2003 werden die drei Spätaussiedler Viktor Filimonov (15), Waldemar Ickert (16) und Aleksander Schleicher (17) vor der Diskothek "K2" in Heidenheim (Baden-Württemberg) mit gezielten Messerstichen ins Herz getötet. Zwei der Opfer sterben noch am Tatort, eine der jungen stirbt kurz darauf in der Klinik. Die Opfer waren vor einer Diskothek mit dem 17-jährigen, rechtsextremen Leonhard S. in Streit geraten. Plötzlich zieht Leonhard S. ein Messer und die 20 Zentimeter lange Klinge dringt so tief in Herz- und Brust der drei Jugendlichen ein, dass für sie jede Hilfe zu spät kommt. Der damalige Polizeisprecher sagt damals: "Wir rechnen den jungen Mann der rechten Szene zu." Leonhard S. war bereits im Oktober polizeilich aufgefallen. Vor derselben Diskothek attackierte er mit anderen Schlägern einen Punk. Das Landgericht Ellwangen verurteilt S. im Juli 2004 zu neun Jahren Jugendstrafe wegen Totschlags. Obwohl die Kammer in ihrem Urteil gesagt hatte, dass die Tat ohne den ausländerfeindlichen Hintergrund des Angeklagten nicht erklärbar sei, sah sie dennoch kein rassistisches Motiv. Die Staatsanwaltschaft spricht noch heute von einem "Kapitalverbrechen mit rechtsextremem Hintergrund".

Die Mobile Jugendarbeit Heidenheim hat ein Projekt ins Leben gerufen mit dem Titel "Gewalt ohne mich". In diesem Kontext ist unter anderem ein Musikvideo entstanden, das an die drei Jugendlichen Viktor, Waldemar und Aleksander erinnert.

 
 
 

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In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 178 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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