16.07.1995, Dagmar Kohlmann

Nordrhein-Westfalen

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Die Welt

Am 16. Juli 1995 wird die 25-jährige Dagmar Kohlmann in Altena (Nordrhein-Westfalen) ermordet und anschließend in einem Erdloch im Wald verscharrt. Der Täter ist der vorbestrafte und per Haftbefehl gesuchte Neonazi Thomas Lemke. Da sich Thomas Lemke bereits von seinem Freund aus der rechten Szene, Martin Kemming (Aussteiger), „verraten“ fühlt (den er am 15. März 1996 aus diesem Grund töten wird), will er sich vor einem möglichen Verrat durch seine Geliebte, Bianka Weidemann, schützen, indem er sie in einen Mord verwickelt. „Um sie jederzeit in der Hand zu haben“, so die Staatsanwaltschaft. Am 16. Juli verabreden sich die beiden mit der gemeinsamen Bekannten Dagmar Kohlmann. Zu dritt fahren sie nach Altena, fesseln und knebeln ihr Opfer mit Klebeband und misshandeln sie über Stunden auf das Schwerste . Als Dagmar Kohlmann aufgrund des massiven Würgens zu röcheln beginnt, schlägt Thomas Lemke ihr mehrmals mit einem Klappspaten auf den Kopf und verscharrt sie anschließend. Während der Gerichtsverhandlung teilt der Täter mit, dass er jemanden habe umbringen wollen, "einfach irgend jemanden, der dumm genug ist, in unsere Wohnung mitzukommen". Im März 1997 verurteilt die Schwurgerichtskammer des Essener Landgerichts Lemke wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherheitsverwahrung. Außer Dagmar Kohlmann fielen ihm noch Patricia Wright am 3. Februar 1996 und Martin Kemming am 15. März 1996 zum Opfer.

Sowohl Patricia Wright als auch Martin Kemming werden in der offiziellen PMK-rechts Statistik geführt, warum nicht auch Dagmar Kohlmann darin auftaucht, ist nicht nachvollziehbar. Gerade in diesem Fall darf der ideologische Kontext des Täters nicht ignoriert werden. Hier zeigt sich eindringlich wie die Ideologie von Thomas Lemke die Hemmschwelle zur exzessiven Gewalt an einem Menschen extrem sinkt.

 
 
 

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