26.07.1994, Jan W.

Berlin

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Berliner Senatsverwaltung für Inneres (PDF-Dokument, 116.1 KB)

In der Nacht zum 26. Juli 1994 ertrinkt in Berlin der polnische Bauarbeiter Jan W. in der Spree. Der 45-Jährige und ein 36-jähriger Landsmann sind nach einem Streit mit einer Gruppe junger Männer ins Wasser getrieben und gewaltsam daran gehindert worden, ans Ufer zurückzuschwimmen. Eine Polizeistreife hörte die Rufe "Polacken, verpisst Euch" und "lasst den Polen nicht raus". Auf den Tod von Jan W. reagiert die Gruppe belustigt. Das Gericht kann keine ausländerfeindlichen Motive erkennen. Die Rufe hätten lediglich auf die "Ausländereigenschaft" der Opfer angespielt. Im Mai 1995 werden vier 19- bis 25-jährige Männer und zwei 16- und 17-jährige Mädchen wegen Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Körperverletzung zu Bewährungsstrafen und Freiheitsstrafen bis zu vier Jahren verurteilt. Nur weil "keiner der Täter Vorerkenntnisse aus dem Bereich PMK-rechts" hatte, schließt Berlins Innensenator Frank Henkel aus, dass es sich um eine Tat des Phänomenbereiches PMK-rechts handeln könnte. Obwohl doch die Polizisten vor Ort selbst ausgesagt haben, dass sie die fremdenfeindlichen verbalen Attacken gegen die beiden polnischen Männer gehört haben.

 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

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