27.07.2000, Norbert Plath (staatlich anerkannt)

Mecklenburg-Vorpommern

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Berliner Zeitung

Am 27. Juli 2000 wird der 51 Jahre alte Obdachlose Norbert Plath in Ahlbeck (Mecklenburg-Vorpommern) von vier jungen Rechtsextremisten zu Tode geprügelt. Der Obdachlose, der sich hinter der Ahlbecker Kirche einen Platz zum Schlafen gesucht hatte, wurde wach, als ihm ein Mädchen mit einem Feuerzeug ins Gesicht leuchtet. Wenig später treten die jungen Neonazis immer wieder in das Gesicht und den ganzen Körper von Norbert Plath – bis dieser schließlich an seinen schweren Verletzungen stirbt. Nach Polizeiangaben hatten die Täter die Auffassung geäußert, dass "Asoziale und Landstreicher nicht in die Gesellschaft passen". Es fielen Sätze wie "Schade, dass wir keine Stahlkappenschuhe anhatten, dann wäre es schneller gegangen". Drei, der Ahlbecker Neonazis, die den Obdachlosen Norbert Plath mit ungehemmter Brutalität zu Tode prügelten, waren in einem Projekt der akzeptierenden Jugendarbeit eingebunden. Der Haupttäter Gunnar D. erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe. Drei Mittäter wurden zu Haftstrafen zwischen drei und zwölf Jahren verurteilt.

Die tödliche Attacke auf Norbert Plath, war nicht der erste Übergriff auf einen Obdachlosen in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2000. Neben Norbert Plath wurden im Jahr 2000 noch drei weitere Obdachlose in Mecklenburg-Vorpommern von Rechtsextremen getötet.
Der Obdachlose Klaus-Dieter Gerecke wird am 24.06.2000 in Greifswald von Neonazis zu Tode geprügelt.
Der Obdachlose Jürgen Seifert wird am 09.07.2000 in Wismar von Neonazis zu Tode geprügelt.
Der Obdachlose Eckhardt Rütz wird am 25.11.2000 in Greifswald von Neonazis zu Tode geprügelt.

 
 
 

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