04.06.1991, Helmut Leja

Niedersachsen

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DIE ZEIT

Der 39-jährige Obdachlose Helmut Leja wird am 4. Juni 1991 in Kästorf (Niedersachsen) von einem 17-jährigen Jugendlichen in einem Waldstück erstochen. Laut Innenministerium gehört der Täter der örtlichen rechten Skinheadszene an. Den Obdachlosen bezeichnete der 17-Jährige als "Abschaum". Das Landgericht Hildesheim verurteilt am 23. Dezember 1991 den 17-jährigen Täter zu einer sechsjährigen Jugendstrafe wegen Totschlags. Das Gericht sieht jedoch keine rechte Motivation bei der Tat.

Dass der Täters Helmut Leja als "Abschaum" bezeichnet hatte, ist ein Beleg für die sozialdarwinistische Gesinnung des 17-Jährigen. Obdachlose sind eine der schwächsten Gruppen in der Gesellschaft und erfahren ständig Bedrohung durch rechtsextreme Gewalt. Der ideologische Kontext der Täter darf gerade bei einer tödlichen Attacke auf diese Opfergruppe nicht ignoriert werden, gelten wohnungslose Menschen doch in der rechtsextremen Szene als „asozial“ und „minderwertig. In dieser Gesinnung begründet sich somit die exzessive Gewalt gegen sozial schwächer gestellte Menschen. Helmut Leja ist ein Todesopfer rechter Gewalt und sollte in der offiziellen Statistik der PMK-rechts genannt werden.

 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 178 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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