26.03.1998, Jana Georgi

Thüringen

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DIE ZEIT

Am 26. März 1998 wird die 14-jährige Jana Georgi in Saalfeld (Thüringen) auf offener Straße von einem 15-Jährigen erstochen, der kurz zuvor aus einer psychiatrischen Einrichtung entlassen worden ist. Gegenüber der Polizei gibt der Jugendliche als Motiv Rache für die Beschimpfung als "Scheißfascho" an. Kurz nach der Tat wurden linke Mahnwächter am Tatort von Neonazis mit den Worten bedroht: "Das war nur die erste Zecke, euch stechen wir auch noch ab." Die Staatsanwaltschaft verneint dennoch einen politischen Hintergrund. Der Junge sei ein "Einzelgängertyp", der zwar gern Mitglied einer rechten Szene wäre, dort aber nicht akzeptiert werde. Das Landgericht Gera verurteilt den 15-jährigen im Oktober 1998 wegen Totschlags zu fünfeinhalb Jahren Jugendstrafe.

Selbst wenn der Täter von der rechten Szene nicht akzeptiert wurde, beging er die Tat doch eindeutig aus politischen Motiven: Er beging die Tat an einer "Linken", die er in einem Streit zuvor auch als "Zecke" und "Zeckenschlampe" beschimpft hatte (PDF-Dokument), um die Akzeptanz zu erfahren, die ihm stets von der rechten Szene verwehrt wurde. Jana Georgi ist somit ein Todesopfer rechter Gewalt und sollte deshalb auch in der offiziellen Statistik auftauchen.

 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 193 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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