12.03.1993, Ralf-Peter Zarse

Niedersachsen

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DIE ZEIT

Am 12. März 1993 wird der 18-jährige Ralf-Peter Zarse nahe Uelzen (Niedersachsen) von seinem rechten Skinhead-Kumpan erstochen. Bei einer gemeinsamen Fahrt ist das Moped wegen eines Motorschadens liegen geblieben. Es kommt zum Streit über die Panne. Bei der auch handgreiflich geführten Auseinandersetzung fühlt sich der Täter, laut Landgericht Lüneburg Anführer einer rechtsextremen Skinhead-Gruppe, "in seinem Dominanzstreben und seiner Ehre beeinträchtigt". Das Gericht verurteilt den Angeklagten wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren.



Der Mord an Ralf-Peter Zarse zeigt beispielhaft ein eklatantes Defizit der PMK-rechts Statistik. Aus dem Erfassungssystem fallen oftmals all jene Tötungsdelikte, bei denen für die Behörden keine „spezifisch“ rechte Opferkategorie erkennbar ist (wie hier ein szeneninterner Mord). Dass internen Streitereien durchaus ein politisches Motiv zugrunde liegt, verdeutlicht die Aussage des Täters, der sich "in seinem Dominanzstreben beeinträchtigt" sah. Der ideologische Kontext des Täters sollte nicht ignoriert werden, wird doch dadurch die Hemmschwelle zur exzessiven Gewalt an einem Menschen gesenkt.

 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

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