08.05.1997, Augustin Blotzki (staatlich anerkannt)

Brandenburg

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Der arbeitslose Augustin Blotzki wird am 8. Mai 1997 in Königs Wusterhausen (Brandenburg) von einer Gruppe junger Rechtsextremisten zu Tode geprügelt. Die Täter beschließen in den Morgenstunden ihrem Nachbar „Stress“ zu machen. Sie steigen über den Balkon in die Wohnung des 59-Jährigen, schlagen auf ihn ein und zerwüsten seine Wohnung. Eine Stunde später kommen sie wieder. Die Täter bedrohen Augustin Blotzki und halten ihm vor sein Name klinge "ausländisch". Sie beschimpfen ihn als "Bulgarensau" und "Ausländerschwein". Unzählige Fußtritte, Stuhlbein- und Faustschläge folgen. Als er nur noch schwach atmet, wird eine Vase auf seinem Kopf zerschlagen. Obwohl viele Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses an diesem Feiertagsmorgen (es ist Christi Himmelfahrt) in ihren Wohnungen sind, stören sie sich nicht an dem lauten Lärm, der aus Blotzkis Wohnung dringt. Erst eine Woche später wird seine Leiche gefunden. Das Landgericht Potsdam verurteilt einen 24-jährigen zu 14 Jahren Haft, zwei 16- und 19-jährige zu achteinhalb Jahren Jugendstrafe. Eine zur Tatzeit 15-jährige wird zu vier Jahren, ein weiterer 16-jähriger zu sechseinhalb Jahren, beide wegen Körperverletzung mit Todesfolge, veruteilt. In der mündlichen Urteilsbegründung sprach der Richter von einer Mischung aus "plakativem rechtem Gedankengut, Frustration und Ausländerhass".

 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 179 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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