08.05.1993, Belaid Baylal

Brandenburg

Mehr:
DIE ZEIT

Der 42-jährige Belaid Baylal stirbt in der Nacht zum 4. November 2000 im Krankenhaus an multiplen Organversagen – Spätfolgen eines rassistischen Angriffs. Am 8. Mai 1993 wurde der marokkanische Asylbewerber von zwei rechtsextremen Skinheads in einer Gaststätte in Belzig (Brandenburg) beschimpft und verprügelt. Die beiden Rechtsextremen ziehen Baylal vom Stuhl, während einer ihn festhält, schlägt und tritt der anderen ihn in den Bauch. Das 42-jährige Opfer erleidet schwere innere Verletzungen und wird in Krankenhaus eingeliefert. Im März 1994 verurteilt das Amtsgericht Brandenburg/Havel den Haupttäter zu einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe, sein Mittäter erhält Arbeitsstunden und eine Geldbuße in Höhe von 300 Mark. Belaid Baylal leidet nach dem Angriff immer wieder an lebensbedrohlichen Darmverschlüssen. Die Ärzte attestieren Baylal bleibende Schäden am Darm infolge der Prügelattacke. Als er am 4. November 2000 wieder einen Darmverschluss hat, bricht er mit multiplen Organversagen zusammen und ist tot. Gegenüber Lokalpolitikern und Journalisten bestätigen die Ärzte von Belaid Baylal, dass der Tod des Asylbewerbers eine Spätfolge des rassistischen Angriffs war.

Seit dem 4. November 2004 erinnert ein Gedenkstein in Belzig an Belaid Baylal als Todesopfer rechter Gewalt. Im November 2010 wurde der Gedenkstein von Rechten geschändet. Das Bremer Projekt "Köfte Kosher" will der anonymen Liste von Todesopfern rechter Gewalt ein Gesicht geben: So haben muslimische und jüdische Kinder in Bremen an ein Trafo-Häuschen unter anderem ein Portrait von Belaid Baylal gesprayt.

 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 178 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 auf einer größeren Karte anzeigen
 

Spendenkonto

Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung
GLS Bank Bochum
IBAN: DE75 4306 0967 6005 0000 02
BIC: GENODEM1GLS

 

Ein Projekt der

 
 

Transparenz und Kontrolle

 

Die Amadeu Antonio Stiftung nimmt teil an der 'Initiative Transparente Zivilgesellschaft'.