21.11.1992, Silvio Meier (staatlich anerkannt)

Berlin

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taz

Am 21. November 1992 wird der 27-jährige Hausbesetzer Silvio Meier in Berlin von einer Gruppe Neonazis niedergestochen und verblutet. Auch zwei Freunde von Silvio Meier werden bei dem Angriff schwer verletzt. Der tödlichen Attacke ging voraus, dass Silvio Meier zusammen mit seinen Freunden am U-Bahnhof Samariterstraße auf eine Gruppe Neonazis traf. Einer der Nazis trägt einen Aufnäher "Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein". Silvio Meier und seine Freunde stellen den Träger zur Rede. Bei dem Versuch den Bahnhof wieder zu verlassen, lauern die Neonazis der jungen Gruppe auf. Diese sind bewaffnet und stechen mit Messern auf sie ein. Silvio Meier ist sofort tot. Die Täter rufen: "Jetzt haben wir es euch gezeigt, ihr linken Säue". Die Jugendstrafkammer des Kriminalgerichts Berlin-Moabit verurteilt Sandro S. am 2. Oktober 1993 in einem Jugendstrafverfahren wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren. Die Mitangeklagten, der 18-jährige Sven M. und der 17-jährige Alexander B., erhalten Freiheitsstrafen von dreieinhalb Jahren beziehungsweise acht Monaten auf Bewährung.

Jedes Jahr im November organisiert die Antifa Berlin anlässlich seines Todestages eine Demonstration. Seit 2010 bemüht sich die Initiative "Aktives Gedenken" um eine Silvio-Meier-Straße in der Nähe des Tatorts im Stadtteil Friedrichshain.

 
 
 

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