24.10.2010, Kamal Kilade (staatlich anerkannt)

Sachsen

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taz

In der Nacht zum 24. Oktober wird der 19-jährige Iraker Kamal Kilade auf offener Straße brutal attackiert. Die beiden Täter setzen Pfefferspray ein und schlagen auf den jungen Mann ein. Als sich das Opfer wehrt, sticht ihm einer der Angreifer ein Messer in den Bauch. Kamal Kilade verblutet. Obwohl beide Täter, Marcus E., 33 Jahre alt, mehrfach vorbestraft und Daniel K., 29 Jahre alt, ebenfalls vorbestraft, der rechtsextremen Szene angehören, sieht die Staatsanwaltschaft kein fremdenfeindliches Motiv für die Tat. Doch das Gericht kam zu einem abweichenden Urteil: Es verurteilt Marcus E., den Haupttäter, zu 13 Jahren Haft wegen Mordes aus niederen Beweggründen und hat eine anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Sein Komplize muss wegen gefährlicher Körperverletzung für drei Jahre in Gefängnis. Dass er zum Tatzeitpunkt 1,3 Promille Alkohol im Blut hatte, sah der Richter als strafmildernd an. In der Urteilsbegründung heißt es: „Wir sehen als einzigen Grund für den tödlichen Messerstich, dass Marcus E. das Opfer nicht als Menschen gesehen hat, sondern als Ausländer, dessen Leben nichts wert war." Auch stellte das Gericht fest, dass die Täter ganz bewusst den Hauptbahnhof und späteren Tatort aufgesucht hätten, um ein Opfer zu suchen.

Der Initiativkreis Antirassismus beschäftigte sich vor und während der Gerichtsverhandlung intensiv mit dem Mord, unterstützte die Familie von Kamal Kilade und sorgte für eine Gegenöffentlichkeit, als die rechtsextreme Motivation von der örtlichen Presse noch angezweifelt wurde.

 
 
 

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