06.10.1999, Kurt Schneider

Berlin

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Berliner Senatsverwaltung für Inneres (PDF-Dokument, 116.1 KB)

In der Nacht zum 6. Oktober 1999 wird der 38-jährige Sozialhilfeempfänger Kurt Schneider von vier Neonazis in Berlin-Lichtenberg zu Tode misshandelt. Zunächst fordern die Täter Geld von dem Sozialhilfeempfänger und traktieren ihn dabei mit Schlägen und Tritten. Sie lassen ihn schwer verletzt in seiner Wohnung liegen. Wenig später kommen die Täter zurück und töten das Opfer mit einem mitgebrachten Messer, sowie Tritten gegen Kopf und Körper. Die Täter sind bereits einschlägig vorbestraft. Das Landgericht Berlin verurteilt im April 2000 die beiden 23-jährigen Täter zu lebenslangen Freiheitsstrafen. Die beiden anderen Angeklagten, 18 und 19 Jahre alt, werden nach Jugendstrafrecht zu acht beziehungsweise achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Obwohl der vorsitzende Richter auf die rechte Gesinnung der Täter verweist, sieht er kein rechtsextremes Motiv.

Für Berlins Innensenator Frank Henkel handelt es sich bei der Tat nicht um ein Tötungsdelikt des Phänomenbereiches PMK-rechts, da es sich lediglich um eine "Verdeckungstat" handle, um den zuvor begangenen Raub zu vertuschen. Wenn tödliche Attacken auf Sozialhilfeempfänger als Raubüberfälle getarnt werden, müssen sie als das behandelt werden, was sie sind: Rechtsextrem motivierte Morde. Menschen, die keine Arbeit haben und Sozialhilfe empfangen, gelten in der rechtsextremen Szene als „asozial“ und „minderwertig“. Der ideologische Kontext der Täter darf gerade bei einer tödlichen Attacke auf diese Opfergruppe nicht ignoriert werden, begründet sich doch in ihrer rechten Gesinnung (Sozialdarwinismus) die exzessive Gewalt gegen sozial schwächer gestellte Menschen. Kurt Schneider ist ein Todesopfer rechter Gewalt und sollte deshalb in der offiziellen Statistik der PMK-rechts genannt werden.

 
 
 

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