09.09.2001, Arthur Lampel

Baden-Württemberg

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Südkurier

Am 9. September 2001 wird der 18-jährigen Arthur Lampel bei einem Fest in Bräunlingen (Baden-Württemberg) von dem Neonazi Patrick S. bei einer Auseinandersetzung zwischen Festbesuchern durch ein Weizenbierglas an den Kopf getötet. Als Patrick S. einen Bekannten gegenüber Arthur Lampel verteidigen will, wirft dieser einen Bierkrug in Richtung des 18-Jährigen. Ein Splitter dringt in die Halsschlagader ein – Arthur Lampel verblutet. Der Täter mit dem Spitznamen "der Knochen" gilt nach Recherchen der Regionalzeitung Südkurier als Wortführer einer Neonazi-Gruppe. Arthur Lampel war ein Russlanddeutscher. Polizei und Staatsanwaltschaft ist bekannt, dass Aussiedler von Rechtsextremisten häufig als "Russen" diffamiert werden. Im Juli 2002 gibt die Staatsanwaltschaft bekannt, dass der Täter Patrick S. zwar eindeutig der rechtsextremen Szene angehöre, ein fremdenfeindliches Motiv erkennt sie jedoch nicht. Auch das Landgericht Konstanz folgt am Ende des Prozesses dieser Meinung. Patrick S. wird zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Der Neonazi war bereits mehrfach vorbestraft, kam bisher aber immer mit Bewährungsauflagen davon, weil er zu den Tatzeitpunkten wohl noch Jugendlicher war.

Obwohl der Täter vor Gericht zugab, dass er den Bierkrug gezielt in die Richtung von Arthur Lampel geworfen habe, habe er dies jedoch nicht in einer Tötungsabsicht getan. Und auch der Gerichtsmediziner sagte in seinem Gutachten, dass es ihm bisher noch nie untergekommen sei, dass ein Mensch starb, nachdem er von einem Glas am Kopf getroffen wurde. Wenn Auseinandersetzungen mit einem Glas oder einer Flasche tödlich endeten, dann sei in der Regel das Glas absichtlich zerbrochen und dann als Stichwaffe benutzt worden. Und auch in der gesamten deutsch- und englischsprachigen Fachliteratur habe er keine vergleichbaren Vorfälle gefunden. "Das war eine unglückliche Verkettung äußerst unglücklicher Umstände", so der Gutachter. Nichtsdestotrotz bleibt ein Verdacht bestehen, denn der rechtsextreme Patrick S. hat mit dem Wurf des Bierkruges in jedem Fall eine schwere Verletzung des Opfers billigend in Kauf genommen.

 
 
 

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