Gedenken an Amadeu Antonio; © dpa

 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

Seit Jahren beklagt die Amadeu Antonio Stiftung die große Diskrepanz zwischen der Zählung von Todesopfern rechter Gewalt von staatlichen Behörden und von unabhängigen Organisationen sowie Journalistinnen und Journalisten. Wo von der Bundesregierung lediglich 75 Tötungsdelikte als rechts motiviert gewertet werden, ergeben Recherchen der Amadeu Antonio Stiftung eine weitaus höhere Zahl: Mindestens 178 Todesopfer rechter Gewalt seit dem Wendejahr 1990 sowie 11 weitere Verdachtsfälle.

Von Anna Brausam

Forderungen der Zivilgesellschaft an die Bundesregierung den großen Unterschied bei der Anzahl der Todesopfer rechter Gewalt zu erklären, blieben lange ungehört. Auch Anfragen von Oppositionsparteien zur erneuten Überprüfung von „Altfällen“ liefen stets ins Leere, wie eine Bundestagsdrucksache 17/7161, S.21 vom September 2011 zeigt: In dieser betonte der Parlamentarische Staatssekretär des Innenministeriums, Dr. Ole Schröder, selbstbewusst, dass die offizielle Statistik „nicht in Zweifel zu ziehen“ sei.

Eine Aussage, die sich nur zwei Monate später mit der Selbstenttarnung des NSU jeglicher Grundlage entzog und die Behörden zum Handeln zwang. Auf erschreckende Weise wurden der Gesellschaft als Ganze sowie den Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden das Ausmaß rechter Gewalt vor Augen geführt: Über Jahrzehnte konnten Rechtsextreme unerkannt mordend durch Land ziehen und zehn Menschen töten.

Vergessene Tote: Wie viele Delikte gehen auf das Konto von Rechtsextremen?

Aufgrund dieses öffentlichen Drucks entschied sich das Bundeskriminalamt zusammen mit allen 16 Landeskriminalämtern, mehr als 3.300 unaufgeklärte versuchte und vollendete Tötungsdelikte zwischen 1990 und 2011 noch einmal auf ein mögliches rechtsextremes Tatmotiv zu prüfen. Schließlich wurden bei 745 Tötungsdelikten und –versuchen (mit insgesamt 849 Opfern) Anhaltspunkte für ein rechtes Tatmotiv gefunden. In diese Überprüfung sind die bisher nicht anerkannten 117 Fälle der Liste der „Todesopfer rechter Gewalt von 1990-2011“ miteinbezogen, die von „Der Tagesspiegel“ und „Die Zeit“ geführt wird.

Brandenburg ist bei der Überprüfung dieser „Altfälle“ einen ganz eigenen Weg gegangen. Als einziges Bundesland entschied sich Brandenburg ein externes Forschungsinstitut zu beauftragen, um die sogenannten Altfälle vom Moses Mendelssohn Zentrum (MMZ) der Universität Potsdam unabhängig überprüfen zu lassen. Zwar untersuchten auch Sachsen und Sachsen-Anhalt die Fälle eigenständig, jedoch nicht so detailliert. In den übrigen Ländern lief die Auswertung über eine interne Arbeitsgruppe des Gemeinsamen Abwehrzentrums Rechtsextremismus (GAR) des Bundes.
Sonderfall Brandenburg: Unabhängige Überprüfung der Todesopfer rechter Gewalt.

Eine weitere Besonderheit beim Brandenburger Weg war die Entscheidung des MMZ einen Expertenarbeitskreis einzurichten. In beratender Funktion diskutierten dort Vertreterinnen und Vertreter staatlicher und zivilgesellschaftlicher Institutionen über strittige Fälle. Die Amadeu Antonio Stiftung war Mitglied in diesem Arbeitskreis.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Amadeu Antonio Stiftung zu einer Überarbeitung der Liste der Todesopfer rechter Gewalt entschieden. Durch das Mitwirken im Arbeitskreis hatte die Stiftung erstmals umfassend Einblick in die polizeilichen Ermittlungen und Gerichtsurteile der strittigen Fälle erhalten können. Bisher war dies nur in Ausnahmefällen möglich. Vielmehr konzentriert sich die Recherche zu den Todesopfern rechter Gewalt in der Regel auf Zeitungsberichte, Monitoring durch Opferberatungsstellen und Recherchearbeiten von Journalistinnen und Journalisten sowie Gedenkinitiativen. In Ausnahmefällen hat die Stiftung auch Gerichtsurteile erhalten.

Defizite bei den PMK-Rechts Kriterien

Für die Aufnahme in die Liste der Amadeu Antonio Stiftung waren neben den offiziellen Kriterien des polizeilichen Erfassungssystems „Politisch motivierte Kriminalität-rechts“ (PMK-Rechts) noch weitere Kriterien von Bedeutung. Zwar ist das 2001 reformierte Erfassungssystem durchaus leistungsfähiger als sein Vorgänger. Es weist aber immer noch eklatante Mängel bei der Erfassung rechter Straftaten auf, was bis heute zu einer Verzerrung der offiziellen Statistik führt. Vor allem die fehlende Berücksichtigung der Opferperspektive, beziehungsweise bei Tötungsdelikten die Perspektive der Angehörigen und Zeugen, für eine realitätsgetreuere Einschätzung der Gesamtlage, ist eines der größten Kritikpunkte am Meldewesen der PMK-Rechts.

Zudem erfährt das PMK-Erfassungssystem Kritik dafür, dass nur solche Taten als PMK-Rechts eingestuft werden, bei denen die rechte Motivation tatauslösend und tatbestimmend nachweisbar ist. Taten, in denen ein sozialdarwinistisches oder rassistisches Motiv mindestens eine tatbegleitende bis tateskalierende Rolle spielen, werden bisher jedoch nicht angemessen in der PMK-Statistik erfasst und damit von staatlicher Seite völlig entpolitisiert. Hier braucht es eine Möglichkeit, auch solche Fälle abzubilden, um die tödlichen Folgen von rassistischer und rechter Gewalt in Deutschland nicht länger zu verharmlosen. Denn solche Taten werden nicht ausschließlich vom rechten Rand mit gefestigter Ideologie begangen. Nein, viele Taten gehen auf das Konto von Alltagsrassisten aus der Mitte der Gesellschaft.

Folglich finden sich in der Liste der Amadeu Antonio Stiftung auch solche Tötungsdelikte, bei denen eine sozialdarwinistische und rassistische/rechte Motivation mindestens eine tatbegleitende bis tateskalierende Rolle gespielt haben. Darüber hinaus dokumentiert die Stiftung Fälle, bei denen die Täter eindeutig der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind und ein anderes Motiv nicht erkennbar ist.

Sukzessive Entpolitisierung der Taten

Gerade für den Zeitraum zwischen 1990 und 2000 finden sich in dieser Liste viele Fälle, die von offizieller Seite nicht als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt werden. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass damals Taten noch anhand des sehr engen Kriteriums „extremistisch“ beurteilt wurden. Das heißt, Taten, die sich gegen die „freiheitlich demokratische Grundordnung“ richten und eine „Systemüberwindung“ zum Ziel haben. Dies hatte zur Folge, dass die Polizei bei den Ermittlungen oftmals einer rechten Gesinnung überhaupt nicht nachgingen; und wenn sie es doch taten, finden sich derartige Ermittlungserkenntnisse später nicht mehr in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, geschweige denn in der Gerichtsverhandlung und dem Urteil.

Hier kam es zu einer sukzessiven Entpolitisierung der Taten. Aus heutiger Sicht ist es daher sehr schwierig Licht ins Dunkel dieser Fälle zu bringen. Zumal einer Nichtregierungsorganisation die Einsicht in Polizeiprotokolle und Gerichtsakten (sollten diese noch vorhanden sein) nicht gestattet wird.

Ergebnis der Überprüfung: 15 Mordopfer finden sich in der Bundesstatistik wieder

Wie wegbereitend daher die Entscheidung des Bundeslandes Brandenburg war, externe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Zivilgesellschaft bei der Überprüfung der Altfälle miteinzubeziehen, zeigt sich gerade bei den Fällen zwischen 1990 und 2000. Dies offenbart auch die im Juli 2015 veröffentlichte Antwort der Bundesregierung auf die Bundestagsdrucksache 18/5488 der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen. Die bundesweite Überprüfung der 745 Tötungsdelikten und –versuchen ist nun abgeschlossen. Von den 117 Fällen der „Tagesspiegel-Liste“ finden sich nun 15 Mordopfer in der Bundesstatistik wieder. Allein in Brandenburg wurden neun davon davon anerkannt. Lediglich Sachsen und Sachsen-Anhalt haben jeweils drei Fälle neu bewertet. Alle anderen Bundesländer bleiben bei ihrer ursprünglichen Einschätzung. Folglich wurden nur in den Ländern Todesopfer nachgemeldet, in den eine eigenständige Untersuchung stattfand.

Zu Recht kritisierten die Grünen, dass das BKA die Zivilgesellschaft nicht bundesweit in die Neubetrachtung der Fälle einbezog. „Der Bund hat die durch ihn koordinierte Altfallprüfung sehenden Auges an die Wand gefahren“, resümiert die grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar.

Große Diskrepanz bleibt weiter bestehen

75 rechte Morde in Deutschland seit 1990 zählt die Bundesregierung nun offiziell. Eine große Diskrepanz bleibt also weiter bestehen: Die Amadeu Antonio Stiftung zählt 178 Todesopfer rechter Gewalt. Zudem eine Verdachtsfallliste mit 11 weiteren Fällen. Bei den Verdachtsfällen handelt es sich um Taten, bei denen es nach bisherigem Informationsstand starke Indizien für ein rechtes Motiv gibt. Aus heutiger Sicht lassen sich jedoch die Tatmotive nicht mehr zweifelsfrei klären, weil entweder Akten bereits vernichtet wurden oder durch die Polizei keine Ermittlungen in die Richtung eines politischen Motivs erfolgten. In diesen Fällen hoffen wir auf weitere Erkenntnisse.

Dunkelziffer ist weitaus höher

Mit der Liste der Todesopfer rechter Gewalt versucht die Amadeu Antonio Stiftung den Menschen, die durch rechte Gewalttäter ums Leben kamen, einen Namen zu geben. Nicht immer gelingt das. Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Dies hat nicht zuletzt die Selbstenttarnung des NSU gezeigt. Zudem werden nicht immer die Namen bekannt. Vor allem bei Menschen aus dem Wohnungslosen-Milieu ist dies häufig der Fall. Obdachlose finden als Opfergruppe rechter Gewalt kaum Beachtung. Selten wird ihnen gedacht, über ihr Leben kaum berichtet. Die Amadeu Antonio Stiftung sucht daher den Kontakt zu Gedenkinitiativen und fördert ihre wichtige Arbeit.

Die Recherchen für diese Liste stützen sich zudem auf die Opfer-Chroniken der „Frankfurter Rundschau“ und „Der Tagesspiegel“, auf die Nachforschungen des Zentrums Demokratische Kultur (ZDK) und des Internetportals „Netz gegen Nazis“ sowie auf die Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland“ der Künstlerin Rebecca Forner und des Vereins Opferperspektive. Da der rechtsextreme und rassistische Gehalt vieler Gewalttaten sich in einigen Fällen erst sehr viel später erschließt, wurden nach gründlicher Recherche einige zurückliegende Fälle in die Liste mit aufgenommen. Auch den Leserinnen und Lesern der MUT und Opferfonds CURA-Website ist es zu verdanken, dass einige Fehler berichtigt und neue Fälle hinzugefügt werden konnten.

(Stand: 30.07.2015)

 

Todesopfer im Jahr 1990

0. Mahmud Azhar, 40 Jahre
1. Andrzej Fratczak (staatlich anerkannt)
2. Amadeu Antonio Kiowa, 28 Jahre (staatlich anerkannt)
3. Klaus-Dieter Reichert, 24 Jahre
4. Nihad Yusufoglu, 17 Jahre
5. Namentlich unbekannter Obdachloser, 31 Jahre
6. Alexander Selchow, 21 Jahre

 

Todesopfer im Jahr 1991

7. Jorge João Gomondai, 28 Jahre (staatlich anerkannt)
8. Matthias Knabe, 23 Jahre
9. Helmut Leja, 39 Jahre, Obdachloser
10. Agostinho Comboio, 34 Jahre (staatlich anerkannt)
11. Wolfgang Auch (staatlich anerkannt)
12. Samuel Kofi Yeboah, 27 Jahre (staatlich anerkannt)
13. Mete Ekşi, 19 Jahre
14. Gerd Himmstädt, 30 Jahre
15. Timo Kählke, 29 Jahre (staatlich anerkannt)

 

Todesopfer im Jahr 1992

16. - 18. Namentlich unbekannte dreiköpfige Familie aus Sri Lanka
19. Dragomir Christinel, 18 Jahre, Asylbewerber (staatlich anerkannt)
20. Gustav Schneeclaus, 52 Jahre, Seemann (staatlich anerkannt)
21. Ingo Finnern, 31 Jahre, Obdachloser (staatlich anerkannt)
22. Erich Bosse
23. Nguyen Van Tu, 24 Jahre (staatlich anerkannt)
24. Thorsten Lamprecht, 23 Jahre (staatlich anerkannt)
25. Emil Wendland, 50 Jahre, Obdachloser (staatlich anerkannt)
26. Sadri Berisha, 56 Jahre (staatlich anerkannt)
27. Dieter Klaus Klein, 49 Jahre, Obdachloser
28. Ireneusz Szyderski, 24 Jahre, Erntehelfer
29. Frank Bönisch, 35 Jahre, Obdachloser
30. Günter Schwannecke, 58 Jahre, Obdachloser
31. Waltraud Scheffler, Aushilfskellnerin (staatlich anerkannt)
32. Rolf Schulze, 52 Jahre, Obdachloser (staatlich anerkannt)
33. Karl-Hans Rohn, 53 Jahre, Metzger (staatlich anerkannt)
34. Alfred Salomon, 92 Jahre
35. Silvio Meier, 27 Jahre, Drucker (staatlich anerkannt)
36. Bahide Arslan, 51 Jahre (staatlich anerkannt)
37. Ayse Yilmaz, 14 Jahre (staatlich anerkannt)
38. Yeliz Arslan, 10 Jahre (staatlich anerkannt)
39. Bruno Kappi, 55 Jahre, Lagerarbeiter
40. Sahin Calisir, 20 Jahre

 

Todesopfer im Jahr 1993

41. Karl Sidon, 45 Jahre, Parkwächter (staatlich anerkannt)
42. Mario Jödecke, 23 Jahre
43. Mike Zerna, 22 Jahre (staatlich anerkannt)
44. Mustafa Demiral, 56 Jahre (staatlich anerkannt)
45. Hans-Peter Zarse, 18 Jahre
46. Matthias Lüders, 23 Jahre, Wehrpflichtiger
47. Belaid Baylal, 42 Jahre, Asylbewerber (staatlich anerkannt)
48. Gürsün Inçe, 27 Jahre (staatlich anerkannt)
49. Hatice Genç, 18 Jahre (staatlich anerkannt)
50. Hülya Genç, 9 Jahre (staatlich anerkannt)
51. Saime Genç, 4 Jahre (staatlich anerkannt)
52. Gülüstan Öztürk, 12 Jahre (staatlich anerkannt)
53. Horst Hennersdorf, 37 Jahre, Obdachloser (staatlich anerkannt)
54. Namentlich unbekannter Obdachloser, 33 Jahre (staatlich anerkannt)
55. Hans-Georg Jakobson, 35 Jahre
56. Kolong Jamba alias Bakary Singateh, 19 Jahre, Asylbewerber

 

Todesopfer im Jahr 1994

57. Ali Bayram, 50 Jahre, Unternehmer
58. Eberhart Tennstedt, 43 Jahre
59. Klaus R., 43 Jahre
60. Beate Fischer, 32 Jahre, Prostituierte
61. Jan W., 45 Jahre, Bauarbeiter
62. Piotr Kania, 18 Jahre
63. Michael Gäbler, 18 Jahre

 

Todesopfer im Jahr 1995

64. Horst Pulter, 65 Jahre, Obdachloser
65. Peter T., 24 Jahre, Bundeswehrsoldat (staatlich anerkannt)
66. Dagmar Kohlmann, 25 Jahre
67. Klaus-Peter Beer, 48 Jahre

 

Todesopfer im Jahr 1996

68. Maiamba Bunga, Asylbewerberin
69. Nsuzana Bunga, Asylbewerberin
70. Françoise Makodila, Asylbewerberin
71. Christine Makodila, Asylbewerberin
72. Miya Makodila, Asylbewerberin
73. Christelle Makodila, Asylbewerberin
74. Legrand Makodila, Asylbewerber
75. Jean-Daniel Makodila, Asylbewerber
76. Rabia El Omari, Asylbewerber
77. Sylvio Amoussou, Asylbewerber
78. Patricia Wright, 23 Jahre (staatlich anerkannt)
79. Sven Beuter, 23 Jahre (staatlich anerkannt)
80. Martin Kemming, 26 Jahre (staatlich anerkannt)
81. Bernd Grigol, 43 Jahre, Geschäftsmann
82. Boris Morawek, 26 Jahre
83. Werner Weickum, 44 Jahre, Elektriker
84. Achmed Bachir, 30 Jahre, Asylbewerber (staatlich anerkannt)

 

Todesopfer im Jahr 1997

85. Phan Van Toau, 42 Jahre
86. Frank Böttcher, 17 Jahre (staatlich anerkannt)
87. Stefan Grage, Polizist (staatlich anerkannt)
88. Olaf Schmidke
89. Chris Danneil
90. Horst Gens, 50 Jahre, Arbeitsloser
91. Augustin Blotzki, 59 Jahre, Arbeitsloser (staatlich anerkannt)
92. Matthias Scheydt, 39 Jahre (staatlich anerkannt)
93. Erich Fisk, Obdachloser (staatlich anerkannt)
94. Josef Anton Gera, 59 Jahre, Rentner

 

Todesopfer im Jahr 1998

95. Jana Georgi, 14 Jahre
96. Nuno Lourenco, Zimmermann (staatlich anerkannt)

 

Todesopfer im Jahr 1999

97. Farid Guendoul alias Omar Ben Noui, 28 Jahre, Asylbewerber (staatlich anerkannt)
98. Egon Efferts, 58 Jahre, Frührentner
99. Peter Deutschmann, 44 Jahre, Sozialhilfeempfänger (staatlich anerkannt)
100. Carlos Fernando, 35 Jahre (staatlich anerkannt)
101. Patrick Thürmer, 17 Jahre, Lehrling (staatlich anerkannt)
102. Kurt Schneider, 38 Jahre, Sozialhilfeempfänger
103. Hans-Werner Gärtner, 37 Jahre
104. Daniela Peyerl, 18 Jahre
105. Karl-Heinz Lietz, 54 Jahre
106. Horst Zillenbiller, 60 Jahre
107. Ruth Zillenbiller, 59 Jahre
108. Jörg Danek, 39 Jahre (staatlich anerkannt)

 

Todesopfer im Jahr 2000

109. Bernd Schmidt, 52 Jahre, obdachloser Glasdesigner
110. Helmut Sackers, 60 Jahre
111. Dieter Eich, Sozialhilfeempfänger
112. Falko Lüdtke, 22 Jahre (staatlich anerkannt)
113. Alberto Adriano, 39 Jahre (staatlich anerkannt)
114. Thomas Goretzky, 35 Jahre, Polizist
115. Yvonne Hachtkemper, 34 Jahre, Polizistin
116. Matthias Larisch von Woitowitz, 35 Jahre, Polizist
117. Klaus-Dieter Gerecke, Obdachloser
118. Jürgen Seifert, 52 Jahre, Obdachloser
119. Norbert Plath, 51 Jahre, Obdachloser (staatlich anerkannt)
120. Enver Şimşek, 38 Jahre (staatlich anerkannt)
121. Malte Lerch, 45 Jahre, Obdachloser (staatlich anerkannt)
122. Eckhardt Rütz, 42 Jahre, Obdachloser (staatlich anerkannt)

 

Todesopfer im Jahr 2001

123. Willi Worg, 38 Jahre
124. Fred Blanke, 51 Jahre, Frührentner
125. Mohammed Belhadj, 31 Jahre, Asylbewerber
126. Abdurrahim Özüdoğru, 49 Jahre (staatlich anerkannt)
127. Süleyman Taşköprü, 31 Jahre (staatlich anerkannt)
128. Dieter Manzke, 61 Jahre, Obdachloser (staatlich anerkannt)
129. Dorit Botts, 54 Jahre, Ladeninhaberin
130. Habil Kılıç, 38 Jahre (staatlich anerkannt)
131. Axel Obernitz, 27 Jahre
132. Ingo B., 36 Jahre

 

Todesopfer im Jahr 2002

133. Kajrat Batesov, 24 Jahre
134. Klaus Dieter Lehmann, 19 Jahre
135. Marinus Schöberl, 17 Jahre (staatlich anerkannt)
136. Ahmet Sarlak, 19 Jahre, Lehrling

 

Todesopfer im Jahr 2003

137. Hartmut Balzke, 48 Jahre
138. Andreas Oertel, 40 Jahre
139. Enrico Schreiber, 25 Jahre
140. Günter T., 35 Jahre
141. Gerhard Fischhöder, 49 Jahre
142. Thomas K., 16 Jahre (staatlich anerkannt)
143. Hartmut Nickel, 61 Jahre
144. Mechthild Bucksteeg, 53 Jahre
145. Alja Nickel, 26 Jahre
146. Petros C., 22 Jahre
147. Stefanos C., 23 Jahre
148. Viktor Filimonov, 15 Jahre
149. Aleksander Schleicher, 17 Jahre
150. Waldemar Ickert, 16 Jahre

 

Todesopfer im Jahr 2004

151. Oleg Valger, 27 Jahre
152. Martin Görges, 46 Jahre
163. Mehmet Turgut, 25 Jahre (staatlich anerkannt)

 

Todesopfer im Jahr 2005

154. Thomas Schulz, 32 Jahre
155. Mann, 44 Jahre
156. Ismail Yaşar, 50 Jahre (staatlich anerkannt)
157. Theodorus Boulgarides, 41 Jahre (staatlich anerkannt)
158. Tim Maier, 20 Jahre

 

Todesopfer im Jahr 2006

159. Andreas Pietrzak, 41 Jahre
160. Mehmet Kubaşık, 39 Jahre (staatlich anerkannt)
161. Halit Yozgat, 21 Jahre (staatlich anerkannt)

 

Todesopfer im Jahr 2007

162. Andreas F., 30 Jahre
163. Michèle Kiesewetter, 22 Jahre (staatlich anerkannt)
164. M. S., 17 Jahre

 

Todesopfer im Jahr 2008

165. Peter Siebert, 40 Jahre
166. Bernd Köhler, 55 Jahre (staatlich anerkannt)
167. Karl-Heinz Teichmann, 59 Jahre
168. Hans-Joachim Sbrzesny, 50 Jahre
169. Rick Langenstein, 20 Jahre (staatlich anerkannt)
170. Marcel W., 18 Jahre

 

Todesopfer im Jahr 2009

171. Marwa El-Sherbiny, 31 Jahre (staatlich anerkannt)

 

Todesopfer im Jahr 2010

172. Sven M., 27 Jahre
173. Kamal Kilade, 19 Jahre (staatlich anerkannt)

 

Todesopfer im Jahr 2011

174. Duy-Doan Pham, 59 Jahre
175. André Kleinau, 50 Jahre

 

Todesopfer im Jahr 2012

176. Klaus-Peter Kühn, 59 Jahre
177. Karl Heinz L., 59 Jahre (staatlich anerkannt)

 

Todesopfer im Jahr 2014

 178. Unbekannter Mann, 55 Jahre (staatlich anerkannt)

 
 

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist zu vermuten, dass die Dunkelziffer, insbesondere bei Morden an Obdachlosen, sehr hoch ist. Weitere Fälle sind im Zustand der Überprüfung.

 
 
 
 

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 - wir erinnern an...

Todesopfer rechter Gewalt seit 1990

In Deutschland wurden seit dem Wendejahr 1990 mindestens 178 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Informationen über die Problematik der offiziellen Statistik und die komplette Liste der Todesfälle finden Sie hier.

 

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